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Grünhaus ist UN-Dekade-Projekt
Ausgezeichnet beim Erhalt der biologischen Vielfalt
NABU-Naturparadies Grünhaus wird UN-Dekade-Projekt
Das Naturparadies Grünhaus der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe wird als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Damit wird das Engagement der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe um die biologische Vielfalt in der Bergbaufolgelandschaft Südbrandenburgs gewürdigt. Am heutigen Montag wurde die von Bundesumweltminister Peter Altmaier unterzeichnete Urkunde an Projektleiter Stefan Röhrscheid übergeben. Das Naturparadies Grünhaus ist das erste Projekt in Brandenburg, das diese Auszeichnung erhält.
„Wir freuen uns sehr über die Ehrung unseres Engagements in Grünhaus“, so Stiftungsvorsitzender Christian Unselt. „So wie in Grünhaus setzen wir uns durch Flächenkauf und Schutzgebiets- entwicklung in ganz Deutschland ein, um Rückzugsräume für unsere Artenvielfalt zu schaffen. Gerade ungenutzte Naturentwicklungsräume fehlen uns in Deutschland. Mit unseren NABU-Naturparadiesen wollen wir wieder ein Stückchen heimatliche Wildnis zulassen.“
"Wir begrüßen die gelungene Verbindung von Schutz und Vermittlung der Artenvielfalt auf einer ehemaligen Bergbaufläche", sagte Landrat Christian Jaschinski bei der feierlichen Übergabe der Urkunde. "Die Vielfalt der hier nun anzutreffenden Lebensräume bietet einer beeindruckenden Zahl von bedrohten Tier- und Pflanzenarten eine neue Heimat. Durch die regelmäßigen Führungen wird zugleich die Akzeptanz für das Naturschutzprojekt in der regionalen Bevölkerung gefördert. Der Einsatz von einheimischen Naturbeobachtern für ein umfassendes Monitoring rundet dieses vorbildliche Projekt ab."
Neben einer von Bundesumweltminister Peter Altmaier unterzeichneten Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält die NABU-Stiftung einen "Vielfalt-Baum", der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht, zu deren Erhaltung das Projekt Grünhaus einen wertvollen Beitrag leistet. Ab sofort wird das Projekt auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.un-dekade-biologische-vielfalt.de vorgestellt.
Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten.
Erfolgreiches Jahr 2011 im Naturparadies Grünhaus
NABU-Stiftung zieht positive Bilanz
27. August 2012 -
In den Jahren 2003 bis 2006 erwarb die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe insgesamt 2000 Hektar Fläche in den ehemaligen Tagebauen zwischen Finsterwalde und Lauchhammer, um das Gebiet unter der Bezeichnung Naturparadies Grünhaus für die Wiederbesiedlung mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten zu entwickeln. Für das zurückliegende Arbeitsjahr zog Projektleiter Dr. Stefan Röhrscheid erneut eine positive Bilanz.
Kraniche an der Seeteichsenke
Dabei stand das Jahr 2011 zunächst unter keinem günstigen Stern. Wie viele ehemalige Tagebauflächen in der Lausitz war auch das Naturparadies Grünhaus Ende 2010 vom Bergbausanierer LMBV aus Sicherheitsgründen zu großen Teilen vorsorglich gesperrt worden. Unter großen Auflagen konnte die Naturschutzarbeit im Naturparadies Grünhaus dann jedoch weitergehen.
Eine wichtige Aufgabe war das sogenannte Biomonitoring, also die stichprobenhafte Erfassung der Tier- und Pflanzenarten, die inzwischen eingewandert sind. Dabei wirkten dreißig ehrenamtliche Naturfreunde aus der Region mit, mehr noch als in den Vorjahren. So gelang es u.a., sich ein genaues Bild über die vielfältige Wasservogelwelt des neu entstandenen Sees in der Seeteichsenke zu machen. Die ermittelte Artenzahl war beachtlich: 65 europäische Wasservogelarten, darunter Wildgänse, Enten, Kraniche, Regenpfeifer, Schnepfenvögel, Seeschwalben und Möwen nutzten das Gebiet als Nahrungshabitat und Rastgebiet.
Grünhaus-Paten erkunden die Innenkippe
Die Gästeführerinnen und Gästeführer der NABU-Stiftung brachten 35 Besuchergruppen mit insgesamt 594 Teilnehmern sicher durch das Gebiet. Im März und November ging Projektleiter Röhrscheid wieder auf Vortragsreise, um mit insgesamt 14 Vorträgen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen Interesse für das Naturparadies zu wecken und weitere finanzielle Unterstützer in Form von Flächenpaten zu gewinnen. 520 Grünhauspaten - von Stralsund im Norden bis Freiburg im Süden - unterstützten das Naturparadies Grünhaus im Jahr 2011 durch ihre jährliche Spende.
Auch in den kommenden Jahren steht die Naturschutzarbeit in Grünhaus noch im Zeichen der Bergbausanierung. So beginnt die LMBV in 2012 mit Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Tagebauseen (Restlochkette Kleinleipisch), um die Ufer gegen die Gefahr von Rutschungen zu sichern. Röhrscheid steht in ständigem Informationsaustausch mit der LMBV und wirkt darauf hin, dass die Funktion des Gebietes als Lebensraum für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten erhalten bleibt.
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