Naturerbe.NABU.de Projekte Pleißeaue
Schmetterlingsparadies erweitert
Schmetterlingsparadies erweitert
Mehr Feuchtwiesen in der Pleißeaue in NABU-Hand
Seit 2008 engagieren wir uns in einem Projekt für die Wiederherstellung und Sicherung der Lebensräume besonders gefährdeter Schmetterlinge und anderer Feuchtwiesenbewohner in der Pleißeaue bei Altenburg in Thüringen.
Damit unsere Schmetterlingswiesen erweitert werden konnten, hatten wir im März 2011 um Spenden gebeten. Mehr als 460 Naturfreunde haben daraufhin über 32.000 Euro gespendet. Darüber haben wir uns sehr gefreut und wir bedanken uns bei allen Spendern herzlich für die großartige Unterstützung!
Von dem Geld haben wir eine 2,8 Hektar große Wiese gekauft, welche direkt an unseren bestehenden Stiftungsbesitz angrenzt. Es blieb sogar noch etwas Geld übrig, das wir in die Entwicklung der wertvollen Habitate der gefährdeten Wiesenknopf-Ameisenbläulinge investieren.
Die neue Wiese wurde sogleich in die behutsame Beweidung mit Rindern durch einen örtlichen Landwirtschaftsbetrieb eingegliedert. Insgesamt werden jetzt auf 69 Hektar in der Pleißeaue wieder optimale Lebensbedingungen für die gefährdeten Schmetterlinge und andere Arten der Flussauen geschaffen.
Steckbrief zum Naturparadies Pleißewiesen
Rettung für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling
ZDFUmwelt zu Besuch in der Pleißeaue
Ameisenbläulinge an Blüten des Großen Wiesenknopfes
09. Juni 2011 -
Durch gezielte Entwicklungsmaßnahmen und eine wieder extensive Nutzung konnten die Lebensbedingungen für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf den Flächen der NABU-Stiftung in der Pleißeaue beträchtlich verbessert werden. Schon nach kurzer Projektlaufzeit vergrößerte sich die Population von 60 auf über 600 der seltenen Flugkünstler. ZDFUmwelt besuchte im Sommer 2010 die Pleißeauen und ließ sich von Projektleiter Jens Kipping die wertvollen Lebensräume zeigen. Erleben Sie im Film auch den geheimnisvollen Lebenszyklus der Ameisenbläulinge.
Zum Film "Schmetterlinge als Bioindikatoren" von ZDFUmwelt
Neue Kinderstube für Wechselkröte & Co.
Renaturierung in den Pleißewiesen schreitet voran
Neuer Amphibientümpel in der Pleißeaue
Im Herbst 2009 arbeitete auf den Pleißewiesen zwischen Remsa und Windischleuba eine Woche lang schwere Technik. 1000 Kubikmeter Erdreich wurden bewegt und damit fünf neue Laichtümpel angelegt, um ab 2010 Wechselkröte, Laubfrosch und Co. neue Lebensräume zu eröffnen. Außerdem wurden die bestehenden Entwässerungsgräben punktuell verschlossen, um das Niederschlagswasser länger auf den Flächen zu halten und die Wiesen stellenweise wieder zu vernässen. Die Lebensbedingungen für die Wiesenknopf- Ameisenbläulinge werden so verbessert.
Der natürliche Auendynamik nachempfunden
Wechselkröte
Die neu angelegten Tümpel führen nur zum Teil Wasser, manche trocknen im Sommer aus. Sie imitieren sogenannte Flutmulden, die in natürlichen Flussauen zu finden sind. Diese nehmen nach der Schneeschmelze im Frühjahr Wasser auf, sind dann meist bis in den Frühsommer geflutet und trocknen bei zunehmender Hitze vollständig aus. Sie bieten während der Frühjahrsmonate besonders konkurrenzschwachen Amphibien- und Wasserinsektenarten Fortpflanzungsmöglichkeiten, denn das Austrocknen der Tümpel im Sommer verhindert eine Ansiedlung von laichfressenden Fischen.
Was sonst in einer ursprünglichen Auenlandschaft vom Fluss selbst geschaffen wird, musste hier nun per Technik nachgeahmt werden. Den Tieren ist das egal. Im Frühjahr 2010 waren bereits die ersten dort ablaichenden Frösche und Kröten zu beobachten.
Wiesenweg für Spaziergänger und Radfahrer geöffnet
Im Sommer 2009 wurde um die komplette Wiesenfläche von ca. 65 Hektar eine elektrische Weidezaunanlage errichtet. Sie sichert die kostengünstige Bewirtschaftung der Flächen, die teils beweidet, teils mit Terminvorgaben gemäht werden. Mit dem Zaun wurde nebenbei der historische Wiesenweg durch die Pleißewiesen von Windischleuba nach Remsa für die Öffentlichkeit wieder eröffnet. Der vormalige Pächter hatte diesen eigenmächtig geschlossen, was für Unmut in der Bevölkerung sorgte. Der jetzt wieder offene, unbefestigte Weg kann von Fußgängern und Radlern genutzt werden und soll künftig zu einem Wiesenerlebnispfad entwickelt werden. Sitzgelegenheiten, Informationstafeln und regelmäßige Führungen sollen das Naturerlebnis möglich machen und den Menschen das Naturschutzprojekt näher bringen.
Damit auch die Bewohner der Laichtümpel von naturinteressierten Spaziergängern beobachtet werden können, wurde einer der Tümpel bewusst direkt am neuen Wiesenweg angelegt.
Pleißeaue im Altenburger Land
Rettung für bedrohte Schmetterlinge
Im Altenburger Land in Thüringen liegen die beiden europäischen Schutzgebiete "Haselbacher Teiche und Pleißeaue" und "Pleißewiesen Windischleuba". Besonders wertvoll für die Natur sind die nährstoffarmen Mähwiesen, die Teiche, Tümpel und Fließgewässer, die feuchten Hochstaudenfluren sowie die Auenwälder entlang der Gewässer. Zahlreiche gefährdete Arten wie Kammmolch, Laubfrosch, Grüne Keiljungfer und sogar Fischotter finden hier einen für sie geeigneten Lebensraum.
Auf den nur extensiv nutzbaren Wiesen im Trinkwasserschutzgebiet des ehemaligen Wasserwerks konnten sich in den vergangenen 50 Jahren besonders artenreiche Lebensgemeinschaften erhalten. Eine Besonderheit sind der Helle und der Dunkle Wiesenknopf- Ameisenbläuling, zwei sehr seltene und besonders stark gefährdete Schmetterlingsarten, die hier noch ideale Lebensbedingungen finden. Diese Schmetterlinge sind auf den Großen Wiesenknopf als Wirtspflanze angewiesen: Die Weibchen legen ihre Eier an die noch geschlossenen Blütenköpfe, die Raupen fressen diese später von innen auf. Nach einiger Zeit lassen sie sich fallen und von angelockten Ameisen in deren Bau tragen, wo sie überwintern und sich bis zur Verpuppung im Frühjahr von Eiern und Larven der Ameisen ernähren.
Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling
Aufgrund der Abhängigkeit vom Wiesenknopf und den Ameisen reagieren die Wiesenknopf- Ameisenbläulinge besonders empfindlich auf Veränderungen in ihrem Lebensraum. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl dieser seltenen Schmetterlinge dramatisch zurückgegangen. Der Helle Wiesenknopf- Ameisenbläuling steht in Thüringen kurz vor dem Aussterben.
Mit der Aufgabe der Trinkwassergewinnung und der darauf folgenden Intensivierung der Wiesennutzung in der Pleißeaue verschwanden die einst großflächigen und dichten Bestände des Großen Wiesenknopfes fast völlig. Der Trinkwasserverband kündigte zudem an, die nicht mehr für seine Zwecke benötigten Wiesen zu verkaufen. Damit waren die empfindlichen Arten und ihre Lebensgemeinschaften in höchster Gefahr.
Von der Sicherung des Lebensraums Aue profitieren auch andere Arten.
Gemeinsam mit dem Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg startete die NABU-Stiftung ein Projekt, um die wertvollen Flächen als Naturparadies zu sichern. Im November 2008 kauften wir rund 70 Hektar der Auewiesen. Einen großen Teil der Erwerbskosten erhielten wir aus Fördermitteln der Europäischen Union und des Freistaates Thüringen. Zusätzlich unterstützten uns mehr als 500 Naturfreunde mit über 51.000 Euro bei der Finanzierung dieses ehrgeizigen Renaturierungsprojektes. Dafür sagen wir „Herzlichen Dank!“.

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