Schritt für Schritt zum Weidetritt
NABU-Stiftung baut Weidelandschaft an der Tollense aus
Im Tollensetal lassen wir auf rund 180 Hektar wieder artenreiche Wiesen und Weiden entstehen. - Foto: Matthias Schulz
26. Januar 2026 – Seit Sommer 2025 werden die ersten Flächen an der Tollense, einem Fluss in Mecklenburg-Vorpommern, mit Rindern und einer schonenden Mahd gepflegt. Ziel ist es, für Wiesenvögel, Insekten und Blütenpflanzen neuen Lebensraum zu schaffen. Zum Jahreswechsel erweitern wir die naturnah genutzte Wiesen- und Weidelandschaft um 80 Hektar Grünland, da einige Pachtverträge neu geregelt wurden. Zudem haben wir auch private Flächeneigentümer an der Tollense für das Projekt gewonnen. So verwandeln wir insgesamt etwa 180 Hektar Grünland entlang eines 14 Kilometer langen Abschnitts im Tollensetal wieder in einen artenreichen Lebensraum. Langfristig sollen etwa 100 Rinder in der großflächigen Weidelandschaft leben.
Mehr Vielfalt an der Tollense
Damit Amphibien und andere Kleintiere immer genug Rückzugsflächen haben, lassen wir einen Teil der Flächen abschnittsweise mähen. - Foto: Norman Schiwora
Das Tollensetal gehört zu den größten Flusstalmooren Mecklenburg-Vorpommerns. Seine naturnahen Zuflüsse, Moore und Wälder bieten vielen bedrohten Arten einen Lebensraum. Doch in der Mitte des 20. Jahrhunderts begradigte man die Tollense, um die flussnahen Wiesen und Weiden intensiv zu nutzen. Dadurch verschwanden viele schützenswerte Arten. 2025 starteten wir mit Partnern ein Naturschutzprojekt, um an der Tollense wieder artenreiche Wiesen und Weiden herzustellen.
Im Herbst beendeten wir den Bau stabiler Weidezäune, finanziert durch das Verbundprojekt „Gemeinsam für den Schreiadler“. Der stark bedrohte Schreiadler brütet in der Region und hat bessere Jagdchancen, wenn Kleintiere wie Mäuse und Frösche durch extensive Beweidung bessere Lebensbedingungen vorfinden. Einige der neuen Flächen werden zum Schutz von Brutvögeln ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Da wir nur abschnittsweise mähen, bleiben ausreichend Rückzugsflächen für Kleintiere erhalten. Im Mosaik der verschiedenen Nutzungen findet der Schreiadler immer genügend Beute.
Exkursion zum Beweidungsprojekt im Tollensetal
Wann: Samstag, 4. Juli 2026, 10.30 - 14.30 Uhr
Wo: 17129 Wietzow
Wir laden Sie herzlich ein, dass Beweidungsprojekt im Tollensetal mit unserem Stiftungsmitarbeiter Jonas Arndt näher kennenzulernen. Treffpunkt ist am Ortsschild Wietzow, wenn man aus Richtung Daberkow kommt. Dort gibt es auch Möglichkeiten zum Parken. Weitere Infos
Bitte melden Sie sich vorab an unter www.exkursionen.naturerbe.de
Seit Mai 2025 weiden Rinder auf 40 Hektar im Tollensetal in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit lokalen Partnern will die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe langfristig über 160 Hektar artenreiches Grünland in dem Flusstalmoor schaffen. Mehr →
Seit Sommer 2024 engagiert sich die NABU-Stiftung in einem gemeinsamen Projekt mit der Deutschen Wildtier Stiftung und der Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V für den Schutz des Schreiadlers. Denn wo der bedrohte Adler vorkommt, ist die Artenvielfalt hoch. Mehr →
In Mecklenburg-Vorpommern engagiert sich die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe in zahlreichen Schutzgebieten. Darunter sind das Peenetal, das Griever Holz oder der Anklamer Stadtbruch, eines der letzten großen Wildnisgebiete in Deutschland. Mehr →
„Gemeinsam für den Schreiadler“ ist ein Verbundprojekt der Deutschen Wildtier Stiftung, der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe und der Stiftung Umwelt und Naturschutz in M-V. In den Jahren 2024 bis 2028 werden im Rahmen eines umfassenden nationalen Artenhilfsprogramms (nAHP) Maßnahmen zum Schutz des Schreiadlers umgesetzt. Die Verbundpartner werten Brut- und Nahrungsgebiete der Schreiadler in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg auf und organisieren kurzfristig wirkende Maßnahmen zur Erhöhung des Bruterfolgs der Art. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN).
