Neue Landschaftspfleger am Salzigen See
NABU-Stiftung startet Beweidungsprojekt für mehr Artenvielfalt
Am Salzigen See helfen Wasserbüffel, den Artenreichtum der Feuchtwiesen zu verbessern. - Foto: Sebastian Stens
4. Juni 2026 – Seit dieser Woche sorgen zehn Wasserbüffel auf den ersten 20 Hektar Feucht- und Salzwiesen am Salziger See für mehr Vielfalt. Wenn sich die Tiere eingewöhnt haben, dürfen sie ab Herbst auch weitere Wiesen beweiden. Mit dem Beweidungsprojekt wollen wir als NABU-Stiftung Nationales Naturerbe die biologische Vielfalt in einem der artenreichsten Naturräume Mitteldeutschlands weiter stärken. Im Herbst 2025 ließen wir in dem Naturschutzgebiet eine 125 Hektar große Fläche für die Wasserbüffel einzäunen, die bereits nicht betreten werden durfte. Auch bekommen Brutvögel durch den acht Kilometer lange Weidezaun besseren Schutz vor Fressfeinden. Für die Öffentlichkeit bleibt das Naturschuzgebiet weiterhin über das bekannte Wegenetz zugänglich.
Mehr Struktur, mehr Artenvielfalt
„Mit dem Beweidungsprojekt schaffen wir strukturreiche Feuchtwiesen“, berichtet Stiftungsmitarbeiterin Svenja Sammler. „Die Wasserbüffel lockern Schilfflächen auf und schaffen so Platz für andere Pflanzen. Davon profitieren Insekten und Vögel gleichermaßen.“ Die wenigen Tiere grasen die Weide zudem schrittweise und selektiv ab und lassen ausreichend Verstecke und Nahrungspflanzen für Insekten sowie Brutflächen für Schilfbrüter stehen. Auch der Dung der Büffel dient vielen Insekten als Lebensgrundlage.
Mehr Insekten bedeuten bessere Nahrungsbedingungen für Wiesenvögel wie Wiesenpieper, Feldlerche und Braunkehlchen. Im Sommer suhlen sich die Wasserbüffel an Wasserstellen und halten die Ufer offen. Davon werden Amphibien und Watvögel wie der seltene Flussregenpfeifer profitieren, der hier im Herbst Rast macht.
Ideale Landschaftspfleger für Feuchtwiesen
Die Betreuung der Tiere übernimmt Junglandwirt Sebastian Stens, der zusammen mit seinem Vater Volker Stens seit vielen Jahren Flächen am Salzigen See bewirtschaftet. „Wasserbüffel sind ideal für Feuchtwiesen. Durch ihre breiten Klauen kommen sie bestens mit den nassen Böden zurecht“, erklärt er. „Außerdem fressen sie auch Pflanzen wie Schilf und Binsen, die andere Weidetiere meiden.“ Die robusten Tiere sind zudem widerstandsfähiger gegen Krankheiten und rauer Witterung und werden das ganze Jahr über auf der Weide stehen.
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