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26 Küken für den Artenschutz

Neues vom Schreiadlerprojekt

Im Juni 2026 sind in der Aufzuchtstation bei Potsdam alle 26 Schreiadler-Küken geschlüpft. Die zweitgeborenen Jungvögel werden mit Hand aufgezogen und im Herbst ausgewildert. Mit dem Projekt fördert die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe zusammen mit der Bernd-Meyburg-Stiftung den Bruterfolg der vom Aussterben bedrohten Art.

Dieses wenige Tage alte Schreiadlerküken wird in der Aufzuchtstation bei Potsdam von Hand aufgezogen. - Video: NABU-Stiftung/Ludwig Klein


25. Juni 2026 – Schreiadler legen meist zwei Eier, doch nur das erstgeborene Küken überlebt, weil es das jüngere tötet – ein Verhalten, das bei vielen Greifvögeln vorkommt. Für das Überleben der letzten Schreiadler in Deutschland zählt jedoch jedes Küken. Deshalb engagieren wir uns zusammen mit der Bernd-Meyburg-Stiftung, einer Treuhandstiftung der NABU-Stiftung, für die Rettung der zweitgeborenen Jungvögel. So entnehmen wir die später gelegten Eier aus polnischen und deutschen Nestern und ziehen die Küken per Hand auf. Auch dieses Jahr waren wir wieder erfolgreich: Aus 26 Eiern aus Polen und Deutschland sind in den letzten zwei Wochen alle Küken geschlüpft.


Handaufzucht mit Maske und viel Wärme

Nun beginnt die aufwendige Aufzucht. Mehrmals täglich füttern und wiegen die Helfer die kleinen Adler. Um die Küken nicht an Menschen zu gewöhnen, tragen sie dabei Adlermaske und Umhang. Da die Küken ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren können, brauchen sie in den ersten Tagen besonders viel Wärme. In den Räumen der Aufzuchtstation herrschen daher über 30 Grad, was die Helfer beim Füttern zusätzlich ins Schwitzen bringt. Ende Juli ziehen die Jungvögel in die Auswilderungsstation um. Von dort werden sie rechtzeitig zum Vogelzug in die Freiheit entlassen.



  • In der Aufzuchtstation wird sich rund um die Uhr um die kleinen Schreiadler gekümmert. - Foto: NABU-Stiftung/Ludwig Klein

  • Mehrmals täglich werden die Küken gefüttert und gewogen. - Foto: NABU-Stiftung/Ludwig Klein

  • Adlermaske und Umhang sollen verhindern, dass die Schreiadler sich nicht an Menschen gewöhnen. - Foto: NABU-Stiftung/Ludwig Klein

Mehr Bruterfolg durch bessere Nahrungsbedingungen

Die Aufzucht zweitgeborener Jungvögel ist wichtig, um die Schreiadlerpopulation in Deutschland zu stärken. Denn die natürlichen Bruterfolge sind noch immer sehr gering. Häufig finden die Schreiadler in ihren Brutgebieten zu wenig Nahrung für ihren Nachwuchs. Im Verbundprojekt Gemeinsam für den Schreiadler verbessern wir daher gezielt die Nahrungsbedingungen in den heimischen Brutgebieten, indem wir beispielsweise Feuchtgrünland wiedervernässen, Hecken pflanzen und lebendige Wiesen schaffen, die mehr Kleintieren Lebensraum bieten.


Mehr zum Schreiadlerprojekt

Schreiadler - Foto: Dietmar Nill

Gemeinsam für den Schreiadler

Projekt zum Schutz der letzten Schreiadler gestartet

Seit Sommer 2024 engagiert sich die NABU-Stiftung in einem gemeinsamen Projekt mit der Deutschen Wildtier Stiftung und der Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V für den Schutz des Schreiadlers. Denn wo der bedrohte Adler vorkommt, ist die Artenvielfalt hoch. Mehr →

Schreiadlerfamilie - Foto: NABU/Thomas Krumenacker
Ruhigere Wälder für Schreiadlerfamilien

Das Griever Holz gehört mit seinen alten Buchen und Erlenbrüchen zu den schönsten Waldgebieten in Mecklenburg-Vorpommern. Im Frühjahr 2026 erwarben wir mit Fördergeldern weitere rund neun Hektar Wald. Das hilft auch dem seltenen Schreiadler. Mehr →

Schreiadler - Foto: Bernd Stahlschmidt
Mehr Futter, mehr Jungvögel

Es gibt nur noch wenige Schreiadler in Deutschland. Der Grund: Es fehlt häufig an Nahrung für den Nachwuchs. Gemeinsam mit Partnern setzten wir uns 2025 verstärkt für die Verbesserung von Nahrungsflächen und höhere Bruterfolge ein. Mehr →

Schreiadlerpaar - Foto: Szczepank/stock.adobe.com
So helfen wir den letzten Schreiadlern

Der Schreiadler ist in Deutschland vom Aussterben bedroht, auch weil er hierzulande häufig zu wenig Nahrung findet. Im Rahmen des Projektes "Gemeinsam für den Schreiadler" verbesserte die NABU-Stiftung im Winter 2025 das Nahrungsangebot in zwei Brutgebieten. Mehr →

„Gemeinsam für den Schreiadler“ ist ein Verbundprojekt der Deutschen Wildtier Stiftung, der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe und der Stiftung Umwelt und Naturschutz in M-V. In den Jahren 2024 bis 2028 werden im Rahmen des Nationalen Artenhilfsprogramms (nAHP) Maßnahmen zum Schutz des Schreiadlers umgesetzt. Die Verbundpartner werten Brut- und Nahrungsgebiete der Schreiadler in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg auf und organisieren kurzfristig wirkende Maßnahmen zur Erhöhung des Bruterfolgs der Art. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN).


Ihr Ansprechpartner

Ludwig Klein - Foto: Klemens Karkow
Ludwig Klein
Ludwig.Klein@NABU.de 030 - 235 939 194

Mehr über uns

Schreiadler - Foto: NABU/Thomas Krumenacker

Schreiadler & Co.

Die NABU-Stiftung kauft Wald und Offenland, das sie als Rückzugsraum für den Schreiadler, aber auch für andere Greifvögel optimiert.

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