Das Tollensetal
Einzigartige Flusslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern
Im Tollensetal fördern Rinder die Artenvielfalt und schaffen wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. - Foto: Frank Brehe
Das Tollensetal in Mecklenburg-Vorpommern zählt zu den größten Flusstalmooren des Bundeslandes. Entlang der Tollense prägen naturnahe Zuflüsse, Moore, Wälder sowie ausgedehnte Wiesen- und Weideflächen die Landschaft. Diese Vielfalt macht das Tal zu einem wertvollen Rückzugsort für viele Tier- und Pflanzenarten. Allerdings wurde die Tollense in der Mitte des 20. Jahrhunderts vielerorts begradigt, um die angrenzenden Flächen intensiver landwirtschaftlich nutzen zu können. Mit dem veränderten Wasserhaushalt verschwanden viele typische Arten der Flussauen und Feuchtwiesen. Heute rücken Naturschutz und die Wiederherstellung artenreicher Grünlandlebensräume wieder stärker in den Mittelpunkt.
Lebensraum für Wiesenvögel, Insekten und den Schreiadler
Mit dem Beweidungsprojekt im Tollensetal wollen wir auch artenreiche Nahrungsflächen für den Schreiadler schaffen. - Foto: NABU/Thomas Krumenacker
Die Feuchtwiesen und Weiden des Tollensetals bieten vielen bedrohten Arten wichtigen Lebensraum. Wiesenvögel finden hier wieder geeignete Brut- und Nahrungsflächen, während blütenreiche Wiesen zahlreiche Insekten anlocken. Auch Amphibien und andere Kleintiere nutzen die strukturreichen Flächen als Rückzugsorte. Eine besondere Rolle spielt der stark bedrohte Schreiadler, der in der Region brütet. Er braucht offene, artenreiche Jagdgebiete und findet dort Mäuse, Frösche und andere Kleintiere als Nahrung. Wo Schreiadler geeignete Bedingungen vorfinden, ist die Artenvielfalt meist besonders hoch.
NABU-Stiftung aktiv
Wir lassen im Tollensetal auf rund 180 Hektar wieder artenreiche Wiesen und Weiden entstehen. - Foto: Matthias Schulz
Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe entwickelt seit 2025 gemeinsam mit regionalen Partnern im Tollensetal eine großflächige Wiesen- und Weidelandschaft. Seit Mai 2025 grasen auf den ersten Flächen bei Wietzow rund 50 Rinder. Die Tiere wurden von einer Weide gerettet, die nicht mehr genug Futter bot. Das Projekt unterstützen der Verein „MiLaN – Mit Lust an Natur“ und die Betreiber des Schlosses Broock. Sie werben in der Region für eine naturschutzorientierte Landwirtschaft.
Ziel ist die Wiederherstellung artenreicher Wiesen und Weiden sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen für Wiesenvögel, Insekten und den Schreiadler. Ende 2025 wurden stabile Weidezäune errichtet, die über das Verbundprojekt „Gemeinsam für den Schreiadler“ finanziert wurden. Anfang 2026 konnte das Projekt deutlich ausgeweitet werden: Durch neue Pachtvereinbarungen und die Zusammenarbeit mit privaten Flächeneigentümern umfasst die naturnah bewirtschaftete Landschaft inzwischen rund 180 Hektar entlang eines etwa 14 Kilometer langen Abschnitts der Tollense. Langfristig soll hier eine große Weidelandschaft mit etwa 100 Rindern entstehen. Durch die Kombination von extensiver Beweidung und abschnittsweiser Mahd schafft die NABU-Stiftung ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume und stärkt dauerhaft die biologische Vielfalt im Tollensetal.
Seit Mai 2025 weiden Rinder auf 40 Hektar im Tollensetal in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit lokalen Partnern will die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe langfristig über 160 Hektar artenreiches Grünland in dem Flusstalmoor schaffen. Mehr →
Im Tollensetal in Mecklenburg-Vorpommern engagiert sich die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe mit einem ambitioniertem Beweidungsprojekt für mehr Artenvielfalt. Anfang 2026 ist die Wiesen- und Weidelandschaft auf 180 Hektar angewachsen. Mehr →
Seit Sommer 2024 engagiert sich die NABU-Stiftung in einem gemeinsamen Projekt mit der Deutschen Wildtier Stiftung und der Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V für den Schutz des Schreiadlers. Denn wo der bedrohte Adler vorkommt, ist die Artenvielfalt hoch. Mehr →
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Das Projekt wurde im Rahmen des nationalen Artenhilfsprogramms für den Schreiadler durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert.
