Badener Moor
Ein Hochmoor im Wandel der Zeit
Durch die Wiedervernässung des Badener Moors kann sich die typische Hochmoorvegetation langsam regenerieren und es entstehen wertvolle Lebensräume. - Foto: Felix Grützmacher
Das Badener Moor liegt in der niedersächsischen Tiefebene südlich von Bremen. Mit dem benachbarten Uesener und Etelser Moor bildet es einen größeren Moorkomplex. Jahrzehntelang wurde das Gebiet entwässert und für Torfabbau genutzt. Dadurch verschwanden nicht nur die einstigen Moorbewohner, sondern der Torfkörper löste sich buchstäblich Stück für Stück in Luft auf. Die Mooroberfläche sank jährlich um rund einen Zentimeter und große Mengen klimaschädlichen Kohlendioxids wurden freigesetzt.
Heute ist das Moor im Wandel: Entwässerungsgräben wurden verschlossen, Gehölze entfernt und Wasser in der Fläche zurückgehalten. So entstehen wieder dauerhaft nasse Lebensräume, in denen sich die typische Hochmoorvegetation langsam regenerieren kann. Die Landschaft ist nicht nur ein Rückzugsort für seltene Arten, sondern auch ein wichtiger Kohlenstoff-Speicher.
Lebensraum für seltene Arten
Diese Kleine Moosjungfer, eine in Niedersachsen gefährdete Art, fand im Badener Moor Dank der Wiedervernässung eine Heimat. - Foto: Mira Heinken
Mit der Rückkehr des Wassers finden spezialisiere Moorarten wieder ein Zuhause. Torfmoose bilden dichte Polster und schaffen saure, nährstoffarme Bedingungen, in denen Sonnentau und Wollgras wachsen. Die nassen Bereiche sollen künftig dem Moorfrosch eine Heimat sowie Brut- und Rastplätze für Vögel bieten. Seit 2018 brütet im ersten renaturierten Abschnitt ein Kranichpaar. Auch Libellenarten wie die Kleine Moosjungfer, die in Niedersachsen gefährdet und auf intakte Moorgewässer angewiesen ist, profitieren zunehmend von den Vernässungsflächen.
Das Badener Moor entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem Refugium für hochspezialisierte Arten, die auf intakte, nasse Hochmoore angewiesen sind. Die Wiederherstellung des Wasserhaushalts ist entscheidend dafür, dass diese empfindlichen Lebensgemeinschaften langfristig überleben können.
Die NABU-Stiftung aktiv
Im Herbst 2025 wurde ein zweiter Teilabschnitt im Badener Moor wiedervernässt. So können sich hier Torfmoose und weitere wertvolle Moorarten wieder ansiedeln und klimaschädliches Kohlendioxid wird gebunden. - Foto: Arne von Brill
Seit 2011 engagiert sich der NABU für den Schutz des Badener Moors. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe arbeitet gemeinsam mit dem NABU-Kreisverband Verden und dem NABU Bundesverband daran, das Badener Moor dauerhaft zu schützen.
Auf rund acht Hektar wurden im Winter 2017/2018 Gehölze mit schwerem Gerät entfernt, um die Verdunstung zu reduzieren. Gräben und alte Entwässerungssysteme wurden verschlossen, damit Regenwasser in der Fläche gehalten wird. Die aufwendigen Arbeiten sowie der Erwerb der Moorflächen wurden durch den NABU Moorschutzfonds finanziert und fördern die Entwicklung eines naturnahen Hochmoors, binden langfristig Kohlenstoff und schaffen neue Lebensräume für spezialisierte Moorarten. Im Herbst 2025 folgte der Abschluss der Arbeiten auf einem zweiten Teilabschnitt mit weiteren sechs Hektar. Insgesamt wurden bislang 23,5 Hektar gesichert und auf rund 14 Hektar die Grundlage für eine stabile Moorentwicklung geschaffen.
mehr infos
Im Badener Moor südlich von Bremen haben der NABU und die NABU-Stiftung auf weiteren sechs Hektar die Voraussetzungen für Moorwachstum geschaffen. Durch die Wiedervernässung werden neue Lebensräume für Torfmoose, Wollgräser, Libellen und Kraniche geschaffen. Mehr →
Moore bieten eine einzigartige Artenvielfalt und sind für den Klimaschutz wichtig. Doch vielerorts sind sie aus unserer Kulturlandschaft verschwunden. Dank eines NABU-Projektes ist ein Teil des Badener Moors bei Bremen seit dem Frühjahr 2018 wiedervernässt. Mehr →
