Naturparadies Ennepetal
Wertvoller Laubwald im Ruhrgebiet
Bei Ennepetal im südlichen Ruhrgebiet erstreckt sich ein vielfältiger Naturwald mit über 100 Jahre alten Buchen. - Foto: Ralf Steiner
Im südlichen Ruhrgebiet, eingebettet in die Hügel des Märkischen Oberlands, erstreckt sich das Naturparadies Ennepetal. Auf rund 30 Hektar wächst ein vielfältiger Laubmischwald mit alten Rotbuchen, Traubeneichen und Hainbuchen. Steile Hänge, bewaldete Kuppen und tief eingeschnittene Bachtäler prägen die Landschaft und verleihen ihr besonderen Charme. Ein naturnaher Bachlauf schlängelt sich im Norden durch den Wald. Neben den alten Waldbeständen gehören auch junge Entwicklungs- und Sukzessionsflächen zum Gebiet. Diese Mischung aus alten Laubwäldern, jungen Entwicklungsflächen und naturnahen Bachläufen macht das Naturparadies Ennepetal zu einem besonders artenreichen Lebensraum im südlichen Ruhrgebiet.
Heimat für Spechte, Greifvögel und Waldbewohner
Im strukturreichen Wald bei Ennepetal finden geschützte Arten wie der Waldkauz Lebensraum. - Foto: NABU/Jens Müller
Die Vielfalt der Lebensräume bietet vielen geschützten Tierarten ein Zuhause. Rotmilan, Mäusebussard, Sperber, Waldkauz, Hohltaube sowie Schwarz-, Grau-, Mittel- und Kleinspecht finden hier Brut- und Nahrungsplätze. Auch Waldohreule, Trauerschnäpper und Waldlaubsänger profitieren von den strukturreichen Wäldern. Die Höhlen, die Spechte in alte Bäume schlagen, dienen nicht nur Vögeln, sondern auch Kleinsäugern und Wildbienen als Unterschlupf. Besonders eindrucksvoll sind die über 100 Jahre alten Buchen, unter deren dichtem Blätterdach Stechpalmen, Heidelbeeren und Draht-Schmielen wachsen. Alt- und Totholz, lichtdurchflutete Waldränder sowie naturnahe Bachläufe schaffen zahlreiche ökologische Nischen. Zu den schützenswerten Lebensräumen zählen Hainsimsen-Buchenwälder, totholzreiche Laubwaldbestände und naturnahe Gewässer mit Erlen- und Hainbuchenbeständen.
NABU-Stiftung vor Ort
Bäume und Totholz tragen zum Klimaschutz bei, indem sie große Mengen Kohlenstoff speichern. Außerdem bieten sie zahlreichen Tieren eine Heimat.- Foto: Ralf Steiner
Seit 2025 bewahrt die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe gemeinsam mit dem NABU Ennepe-Ruhr-Kreis die wertvollen Waldflächen bei Ennepetal. Zunächst konnte sie 2025 rund 15 Hektar naturnahen Wald sichern.
Anfang 2026 kamen Dank Spenden und Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen weitere angrenzende Laubwaldbestände hinzu.
Heute umfasst das Naturparadies rund 30 Hektar. Ziel ist es, die alten Buchen- und Eichenwälder sowie die angrenzenden Entwicklungsflächen langfristig vor intensiver forstlicher Nutzung zu bewahren. Nicht standortgerechte Fichtenbestände werden schrittweise in artenreiche Laubmischwälder umgewandelt, während naturnahe Waldbereiche ohne Eingriffe altern dürfen. So entstehen hier „Urwälder von morgen“, die auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Sie speichern Kohlenstoff, fördern den natürlichen Wasserhaushalt und schaffen widerstandsfähige Lebensräume für kommende Generationen.
In Nordrhein-Westfalen erweiterte die NABU-Stiftung zum Jahreswechsel 2025/2026 das Naturparadies Ennepetal um rund 14 Hektar Laubwald. Hier wachsen alte Buchen und Eichen, die wertvollen Lebensraum für seltene Arten bieten und dem Klimawandel trotzen. Mehr →
Naturwälder bieten wertvolle Rückzugsorte für viele schützenswerte Arten. Im südlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen hat die NABU-Stiftung daher im Februar 2025 rund 15 Hektar reich strukturierten Wald erworben, in dem Waldkauz und Schwarzspecht heimisch sind. Mehr →
