Fischotter - Foto: Christoph Bosch
Kiesgrube Etzelbach
Naturoase in der Saale-Niederung
Durch den Biber wiedervernässtes Feuchtgebiet am Etzelbach - Foto: Wilfried Matz
Die Etzelbachaue bei Rudolstadt hat sich über die Jahre zu einem Naturkleinod in der intensiv genutzten Saale-Niederung entwickelt. Die Grubengewässer üben eine große Anziehungskraft auf Rohbodenbesiedler, Wasservögel und Bewohner von Brachen und Ruderalflächen aus. So leben hier beispielsweise Kreuzkröte, Laubfrosch, Ringelnatter oder Schwarzkehlchen. Mit bisher 25 nachgewiesenen Libellenarten sind die Kiesgruben das artenreichste Libellengewässer im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Biber und Fischotter sind inzwischen eingewandert. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Lebensader Saale bieten die Kiesgruben willkommenen Rückzugsraum in der ansonsten intensiv genutzten und durch Besiedelung zersplitterten Saale-Niederung.
Biber aktiv am Etzelbach
Der Biber lässt in der Saaleaue wertvolle Feuchtlebensräume entstehen. Foto: Peter Wächtershäuser/naturlichter.de
Seit einigen Jahren ist der Biber als Landschaftgestalter am Etzelbach am Werk und lässt hier wieder wertvolle Feuchtgebiete entstehen. So entstanden hier zahlreiche Kleingewässer, die Amphibien wie die stark gefährdete Gelbbauchunke sowie Kreuzkröte, Laubfrosch, Grasfrosch und Teichmolch als Laichgewässer nutzen. Besonders wertvoll sind zudem die entstandenen Flachwasserbereiche, an denen sich inzwischen die Bekassine und andere Watvögel sehr wohl fühlen. Auch Waldwasserläufer, Sumpfrohrsänger und Eisvogel brüten wieder an den Ufern des Etzelbachs.
Gemeinsam die Etzelbachaue schützen
Der NABU-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt erkannte schon früh den Wert der entstehenden Gewässer und brachte sich bei der nach dem Kiesabbau erforderliche Gewässerrenaturierung ein. Durch die enge naturschutzfachliche Abstimmung konnten zum Beispiel an mehreren Stellen flache Mulden als Laichgewässer für Wechselkröten angelegt, ein Erdwall als potenzieller Nistplatz für Eisvögel und Wildbienen geschaffen und bewusst auf die künstliche Bepflanzung der Ufer und eine Grasansaat verzichtet werden.
Um dauerhaft die Naturentwicklung abzusichern, erwarb die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe die ehemaligen Grubenflächen sowie weitere Flächen in direkter Nachbarschaft zur Grubenlandschaft. Darunter befindet sich auch eine Überflutungsfläche am Etzelbach, die sich durch den Biber zu einem Laichgewässer für Amphibien entwickelt hat. Der NABU Thüringen startete Ende 2025 das Projekt „Entwicklung von Auenlebensräumen am Etzelbach", um insbesondere die durch den Biber geschaffenen Feuchtlebensräume zu schützen.
Die Etzelbachaue entwickelt sich zu einem Rückzugsort für Biber, Bekassine und Co. Der NABU Thüringen startet ein Projekt zur Entwicklung und Sicherung der dortigen Lebensräume. Mehr →
