Naturparadiese in Thüringen
Das Naturparadies Frießnitzer See

Seit 2011 schützt die NABU-Stiftung im thüringischen Landkreis Greiz den acht Hektar großen Frießnitzer See und seine Umgebung, die für ihre reiche Vogelwelt berühmt sind. Insgesamt 24 Hektar werden hier für die Natur geschützt. Um die Artenvielfalt zu sichern, ließ die Stiftung den See im Rahmen eines Revitalisierungsprojekts umfassend sanieren.
Paradies für Wasservögel und Wiesenbrüter
Mehr als 80 Brutvogelarten, darunter Röhrichtbewohner, Wasservögel, Limikolen und Wiesenbrüter, haben hier neben seltenen Tieren und Pflanzen eine Heimat gefunden. Der See ist von Röhrichten, Seggenrieden, Quellbereichen, Flachmooren sowie Feucht- und Nasswiesen umgeben. Auch Arten wie Moorfrosch, Kammmolch, Hochmoor-Perlmuttfalter, Kriech-Weide und Weißes Schnabelried verdeutlichen den hohen ökologischen Wert dieses Schutzgebiets.
Wasserbüffel als Artenschützer
Seit 2014 beweiden Wasserbüffel die stiftungseigenen Feuchtwiesen am Frießnitzer See ganzjährig. 2017 untersuchten Experten erstmals die Zikadenfauna auf diesen Weiden und auf benachbarten Mähwiesen. Die Ergebnisse, erstellt im Auftrag des Thüringer Umweltministeriums und der Unteren Naturschutzbehörde Gera-Greiz, sprechen eine klare Sprache: Zikaden, besonders gefährdete Arten, fühlen sich auf extensiv beweideten Flächen deutlich wohler als auf gemähten Wiesen. Das zeigt, wie wertvoll extensive Beweidung für empfindliche Offenlandarten ist. Im Gegensatz zum Mähen grasen Weidetiere die Flächen selektiv und schrittweise ab, sodass auch im Sommer Nahrungspflanzen für Insekten erhalten bleiben. Robuste Rassen wie Wasserbüffel können außerdem minderwertiges Futter wie Schilf und Rohrkolben verwerten und eignen sich ideal für die Pflege von Feuchtwiesen und sumpfigem Weideland.
NABU-Stiftung aktiv
Frühere Fehlnutzungen hatten den See stark belastet. Zu DDR-Zeiten führte ein Entenmastbetrieb enorme Nährstoffmengen in den See ein, was massives Algenwachstum und Sauerstoffmangel zur Folge hatte. Mächtige Schlammschichten bedeckten den Grund. Um die Artenvielfalt zu retten, ließ die NABU-Stiftung gemeinsam mit dem NABU Gera-Greiz den See entschlammen. Dank dieser Sanierung bleibt das Naturparadies Frießnitzer See auch für kommende Generationen erhalten.
Die Betreuung der Stiftungsflächen am Frießnitzer See hat der NABU Kreisverband Gera-Greiz übernommen. Der NABU Frießnitzer See informiert auf seinen Seiten über aktuelle Beobachtungen und Arbeitseinsätze.
Zu Besuch bei Bekassine & Co.
Sie sind neugierig auf das Vogelparadies? Im Kurzfilm, aufgenommen von unseren örtlichen NABU-Schutzgebietsbetreuern, bekommen Sie einen Eindruck von der reichen und lebendigen Vogelwelt am Frießnitzer See. Silberreiher, Kormoran, Graureiher sind einige der abgebildeten Bewohner, die sich im Herbst in den Gewässern tummeln. Bei einem Spaziergang vor Ort können Sie mit etwas Glück aber auch Bekassine, Wasserralle, Teichrohrsänger, Knäkente oder Flussregenpfeifer entdecken.
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Der Film Das Naturschutzgebiet "Frießenitzer See – Struth" - Im Revier der Büffel vom NABU Gera Greiz zeigt anhand von eindrucksvollen Aufnahmen, wie Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus in dem NABU-Naturparadies miteinander funktionieren können. Die Langfassung des Films können Sie hier anschauen.
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Steckbrief
Frießnitzer See
Im Steckbrief erfahren Sie mehr zur großen Artenvielfalt in diesem Gebiet.






