Naturparadiese in Thüringen

Kauernscher Teich

Das landläufig als „Kauernscher Teich“ bekannte Gewässer bei Kauern bietet inmitten der ausgeräumten Agrarlandschaft wertvollen Lebensraum für viele Tiere. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe erwarb den Teich, um ihn für die Natur zu bewahren.
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Kauernscher Teich
Der „Kauernscher Teich“ bietet inmitten der ausgeräumten Agrarlandschaft wertvollen Lebensraum für Vögel, Amphibien, Fische, Libellen und andere Insektenarten.© Foto: NABU Gera-Greiz/ Dirk Höselbarth

Der „Kauersche Teich“ bei Kauern, auch Großer Teich genannt, bietet in der ausgeräumten Agrarlandschaft einen wertvollen Rückzugsort für Vögel, Amphibien, Fische, Libellen und andere Insekten. Seit 1978 steht er als Flächennaturdenkmal unter Schutz. Doch tiefer Schlamm, ein defekter Abfluss und unterspülte Ufer gefährdeten das Gewässer. Gemeinsam mit dem NABU Gera-Greiz setzte die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe 2012 eine umfassende Renaturierung um.

Lebensraum für Amphibien, Vögel und Libellen

Der Kauersche Teich ist ein artenreiches Biotop in einer sonst gewässerarmen Region. Offene Wasserflächen, Röhricht und Schilfzonen schaffen ideale Bedingungen für viele Tier- und Pflanzenarten. In den dichten Uferbereichen brüten Vögel wie Rohrweihe und Rohrammer, während Teichhuhn, Zwergtaucher und Reiherente den Teich als Lebensraum oder Rastplatz nutzen. 

Unter der Wasseroberfläche tummeln sich Fische und zahlreiche wirbellose Tiere. Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der Libellen. Die flachen Uferzonen dienen Amphibien wie der Erdkröte als Laichplatz. So entsteht ein harmonisches Zusammenspiel aus Wasser, Vegetation und Uferstrukturen, das spezialisierten Arten Lebensraum bietet.

Erdkröten nutzen den Kauernschen Teich als Kinderstube.© Foto: Oscar Klose

NABU-Stiftung aktiv

Die NABU-Stiftung erwarb 2011 den Kauerschen Teich, um die Renaturierung zu ermöglichen. Ziel war es, den Schlamm zu entfernen, die Ablaufbauwerke zu sanieren und neue Ruhe- und Brutzonen für Wasservögel, Fische und Amphibien zu schaffen. 

Insgesamt wurden 8.500 Kubikmeter Schlamm abgetragen. Rund 1.650 Quadratmeter neue Brut- und Ruhezonen entstanden, indem Schilf entfernt und Offenflächen angelegt wurden. Die Ablaufleitung und das Mönchsbauwerk wurden erneuert, sodass der Wasserstand nun wieder einfach reguliert werden kann. 

Der Teich, der ausschließlich durch Niederschläge gespeist wird, wird gelegentlich abgelassen, um den Fischbestand zu kontrollieren. Die naturschutzfachliche Betreuung liegt beim NABU Gera-Greiz, dessen Mitglieder sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für den Teich engagieren. Sie erfassen weiterhin Vögel, Amphibien und Libellen, um den Erfolg und die Nachhaltigkeit des Projekts zu dokumentieren. 

Franziska Hermsdorf
Franziska Hermsdorf
Schutzgebietsmanagement Thüringen, Sachsen
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Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete. Die Fördermittel für das Projekt wurden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.

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Der Kauernsche Teich | NABU-Stiftung Nationales Naturerbe