Flächenkauf im Südharz

1.000 Hektar für die Natur gerettet

Anfang 2026 erwarb die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe mit Hilfe von Spenden und Fördergeldern über 1.000 Hektar bei Stolberg im Südharz. In Stiftungsobhut entwickeln sich die Bergwälder künftig ohne forstliche Nutzung und leisten so einen wertvollen Beitrag zum Klima- und Artenschutz.

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  • 26.3.2026
  • Sachsen-Anhalt
  • Lesedauer: 1 Min.
Luchs im Wald
Dank dem Erwerb kann der seltene Luchs nun noch ungestörter durch die Bergwälder bei Stolberg streifen.© Foto: NABU/Christoph Bosch

26. März 2026 - Im dichtbesiedelten Deutschland gibt es nur wenige große Wildnisflächen, in denen sich die Natur frei entfalten kann. Mit dem Kauf der Buchenmischwälder bei Stolberg schafft die NABU-Stiftung eine neue Waldwildnis im Südharz, in denen seltene und bedrohte Arten wie Luchs und Wildkatze, Raufuß- und Sperlingskauz eine sichere Heimat finden. So dürfen sich die Bergwälder in Stiftungsobhut künftig ohne forstliche Eingriffe und Holznutzung zu „Urwäldern von morgen“ entwickeln. Sie bringen dafür beste Voraussetzungen mit: Bereits rund 90 Prozent des Waldes bestehen aus Buchen, Eschen, Berg-Ahorn, Eichen und Birken – allesamt typische Vertreter der natürlichen Waldgesellschaften. Standortfremde, gepflanzte Fichten sind selten. Die Berghänge, die sonnengefluteten Bergkuppen und die kleinen Bäche in den Tälern bieten ein breites Spektrum wertvoller Lebensräume.

Der Schwarzspecht zimmert seine Höhlen in die Stämme alter Bäume.© Foto: Roland Tichai/www.naturgucker.de

Naturwälder stärken Klima und Artenvielfalt

Noch tragen die Wälder bei Stolberg Spuren der forstlichen Nutzung, doch mit der Zeit wird ein wilder Naturwald mit unberührten Altbäumen und Totholz entstehen. Dank seiner Vielfalt wird er sich gut an den Klimawandel anpassen. So hält ein ungestörter Laubwald durch sein dichtes Kronendach und das angesammelte Totholz mehr Feuchtigkeit und trotzt so besser den Folgen der Klimakrise. In den alten Bäumen, die mehrere Hundert Jahre wachsen dürfen, und in dem intakten Waldboden speichert er langfristig große Mengen Kohlenstoff – und ist damit wichtiger Klimaschützer.

Höhlenbäume, Totholz und uralte Buchen bieten unzähligen Arten Lebensraum und Nahrung. Stark gefährdete Tiere wie die Bechsteinfledermaus, seltene Käfer wie der Eremit oder Höhlenbewohner wie der Schwarzspecht und die Hohltaube sind auf solche alten Wälder angewiesen. Auch scheue Tiere wie Luchs und Wildkatze können künftig noch ungestörter durch die ungenutzten Bergwälder bei Stolberg streifen. Zudem wird die Jagd stark eingeschränkt und die Pflege der alten forstwirtschaftlich genutzten Rückegassen eingestellt, so dass sie allmählich zuwachsen. Besucher sind herzlich eingeladen, das Waldgebiet über das bekannte Wegenetz zu erkunden und die besondere Atmosphäre eines wild wachsenden Waldes zu erleben.

Der klare Wolfsbach fließt durch den Wald bei Stolberg und bietet Bachneunauge und Co. einen Lebensraum.© Foto: Klemens Karkow/NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Ein Schritt zum Zwei-Prozent-Wildnisziel

Die Bundesregierung verfolgt mit der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt das Ziel, mehr Wildnis in Deutschland zu entwickeln und zu sichern. Bis 2030 sollen auf zwei Prozent der Fläche Deutschlands großflächige Wildnisgebiete geschaffen und fünf Prozent der Waldfläche aus der Nutzung genommen werden. Doch beide Ziele sind bislang nicht erreicht. Um diese Anstrengungen zu verstärken, fördert die Bundesregierung den Kauf künftiger Wildnisflächen. So erhielt die NABU-Stiftung Mittel über die KlimaWildnis-Förderrichtlinie im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK), um rund 990 Hektar Buchenwald bei Stolberg zu erwerben und damit perspektivisch zum Zwei-Prozent-Wildnisziel beizutragen.

Der Kauf weiterer rund 19 Hektar bei Stolberg wurde dank der großzügigen Unterstützung zahlreicher Spender und Spenderinnen ermöglicht. Im Namen der Natur danken wir allen, die sich für den Kauf der über 1.000 Hektar bei Stolberg eingesetzt und mit uns eine unberührte Waldwildnis im Südharz geschaffen haben!

Svenja Sammler
Svenja Sammler
Schutzgebietsmanagement Sachsen-Anhalt
0163 - 879 4465
Svenja.Sammler@NABU.de

Jetzt Urwald-Pate werden

Wollen Sie den Buchenwald bei Stolberg auf seinem Weg zum „Urwald von morgen“ begleiten? Mit einer Patenschaft können Sie schon ab 10 Euro im Monat Ihr ganz eigenes Stück Waldwildnis bei Stolberg bewahren. Als Dankeschön erhalten Sie eine persönliche Patenurkunde und Karte mit Ihrem Paten-Hektar.

Mehr Infos

Der Erwerb des Buchenwaldes bei Stolberg im Harz wird über das Förderprogramm KlimaWildnis gefördert, ein Instrument des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN). Die Förderung hat das Ziel, Grundstücke für die eigendynamische Entwicklung und somit für den natürlichen Klimaschutz, also Klimaschutz durch das Stärken der Natur, zu sichern. Die jedes Jahr anfallenden Kosten des Flächenbesitzes trägt künftig die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe.

Waldwildnis im Harz bei Stolberg

1.000 Hektar Buchenwald im Südharz

Waldwildnis bei Stolberg

Die Buchenwälder bei Stolberg in Sachsen-Anhalt zeichnen sich durch ihre Ruhe und besondere Artenvielfalt aus. Sie schützen Klima, Tiere und Pflanzen.

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Als NABU-Stiftung kaufen wir bundesweit Wald und beenden den Holzeinschlag. So entstehen viele große und kleine „Urwälder von morgen“.

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