Urwaldprojekt ausgezeichnet

Biesenthaler Stiftungswälder sind „Hervorragendes Beispiel"

Im Rahmen der UN-Dekade wurden unsere „Urwälder von morgen“ im Biesenthaler Becken als besonders positiver Beitrag zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Wald-Ökosystemen bewertet. Seit 20 Jahren engagieren wir uns in dem Naturparadies bei Berlin für mehr naturnahe Wälder.

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  • 6.2.2023
  • Brandenburg
  • Lesedauer: 3 Min.
Bäume im Biesenthaler Becken
Die Stiftungswälder im Biesenthaler Becken dürfen sich ungestört zu Urwäldern von morgen entwickeln.© Foto: Klemens Karkow/NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

6. Februar 2023 – Es braucht viel Zeit, ehe aus einem artenarmen Nadelbaumbestand ein lebendiger, naturnaher Wald entsteht. Im Naturschutzgebiet „Biesenthaler Becken“ bei Berlin arbeiten wir als NABU-Stiftung seit über 20 Jahren an der Wiederherstellung und dem Erhalt von artenreichen Moor- und Buchenmischwäldern. So starteten wir 2002 mit dem Kauf der ersten Waldflächen, um naturferne Bestände zu renaturieren und Moorwälder wieder mit Wasser zu versorgen. Heute dürfen sich die rund 380 Hektar großen Stiftungswälder im Biesenthaler Becken ungestört zu „Urwäldern von morgen“ entwickeln. Im Rahmen der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen wurde nun unser Urwaldprojekt als besonders positiver Beitrag zur Schaffung von Naturwäldern bewertet.

Mit schützenden Hordengattern fördert die NABU-Stiftung an einigen Standorten im Biesenthaler Becken die Ansiedlung von Laubbäumen.© Foto: Klemens Karkow/NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Vom Forst zum Naturwald

Wie in vielen Naturschutzgebieten ist auch im Biesenthaler Becken eine forstwirtschaftliche Waldnutzung erlaubt. So dürfen Bäume gefällt werden und sogar Kahlschläge auf den Waldflächen stattfinden. Für die forstliche Nutzung wurden in der Vergangenheit vor allem Nadelbäume gepflanzt, so dass heute nur ein Viertel des Naturschutzgebietes noch mit Laubmischwäldern bedeckt ist. Das wollen wir als NABU-Stiftung ändern und erwerben seit 2002 Stück für Stück Wald im Biesenthaler Becken.

Als Eigentümer stellten wir den Holzeinschlag in den naturnahen Buchenbeständen und Bruchwäldern konsequent ein. In den jüngeren Nadelforsten beschleunigen wir den ökologischen Waldwandel mit verschiedensten Maßnahmen wie z.B. Auflichtungen, Baumpflanzungen und Wildschutzgatter. Außerdem engagieren wir uns im Biesenthaler Becken auch für die Wiedervernässung von Moorwäldern, indem wir Entwässerungsgräben verschließen. Seit den letzten Waldumbaumaßnahmen 2021 ist erst einmal Ruhe in den Stiftungswäldern im Biesenthaler Becken eingekehrt. In sicherer Stiftungsobhut haben sie nun viel Zeit, sich ungestört von Nutzungseingriffen zu „Urwäldern von morgen“ zu entwickeln.

Simon Grohe
Simon Grohe
Schutzgebietsmanagement Brandenburg
030 - 235 939 171
Simon.Grohe@NABU.de

xy

Die Vereinten Nationen haben 2021 bis 2030 zur UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen erklärt. Sie rufen dazu auf, die fortschreitende Verschlechterung und Zerstörung von Ökosystemen überall auf der Welt zu stoppen und degradierte Ökosysteme wiederherzustellen. Zwischen 2022 und 2024 zeichnen das Bundesumweltministerium (BMUV) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) daher aktuelle, repräsentative Projekte zur Wiederherstellung, Erhaltung oder Pflege von Ökosystemen im Rahmen des UN-Dekade-Projektwettbewerbs aus.