Ehrenamtliche im Einsatz

Für den Schutz unserer Kleingewässer

In Thüringen und Sachsen-Anhalt engagierten sich Anfang 2024 Ehrenamtliche für den Erhalt und die Entstehung von Kleingewässern in Schutzgebieten der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Damit helfen sie auch dem seltenen Kammmolch bei der Wohnungssuche.

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  • 15.2.2024
  • Thüringen und Sachsen-Anhalt
  • Lesedauer: 3 Min.
Kammmolch
Der geschützte Kammmolch ist für die Fortpflanzung auf offene, sonnige Kleingewässer angewiesen.© Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln

15. Februar 2024 – Der geschützte Kammmolch ist eine heimische Molchart, deren Nachwuchs auf offene und gut besonnte Kleingewässer angewiesen ist, in denen er sich entwickeln kann. Leider gibt es aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft und auch durch Niederschlagsmangel immer weniger geeignete natürliche Stillgewässer für Kammmolche und viele weitere Amphibien, weshalb die Tiere auch auf ehemalige Abbauflächen oder Fischteiche ausweichen. Zusammen mit NABU-Ehrenamtlichen engagieren wir uns als NABU-Stiftung bundesweit für den Erhalt und die Entstehung dieser wertvollen Ersatzlebensräume. Zum Jahresbeginn verbesserten Ehrenamtliche in Stiftungsgebieten in Sachsen-Anhalt und Thüringen die Lebensbedingungen für seltene Amphibien wie Kammmolch und Rotbauchunke, indem sie Grubengewässer freistellten und neue Lebensräume schufen.

Gemeinsames Engagement für die Rotbauchunke

In Merseburg-Querfurt kamen Ehrenamtliche aus dem Regionalverband zu einem Arbeitseinsatz an der Tongrube Meuschau zusammen. Dort entfernten sie Schilf und Gehölze um die Gewässer herum. Das Mahdgut und Holz schichteten sie anschließend am Rand des Schutzgebietes auf, wo es anderen Tieren als Versteckmöglichkeit dient. Dank der Aktion bleibt der Lebensraum der Rotbauchunke hier bestehen, dessen Nachwuchs sich nur in gut besonnten Gewässern zahlreich entwickeln kann. Auch der streng geschützte Moorfrosch und der Kammmolch finden im Gebiet der NABU-Stiftung weiterhin ein Zuhause.

Am Seeteich Blankenhain wurden mit einem Kleinbagger mehrere Kleingewässer für Amphibien ausgehoben.© Foto: Marcel Göpfert

Bagger im Einsatz für den Kammmolch

Am thüringischen Seeteich Blankenhain wurde im Januar der NABU Weimar-Apolda aktiv und schuf neuen Lebensraum für Amphibien wie Kammmolch, Knoblauchkröte und Laubfrosch. Auch der Grasfrosch, dessen Vorkommen in vielen anderen Gebieten bereits stark eingebrochen ist, findet in dem NABU-Naturparadies noch eine Heimat. Neben dem ehemaligen Fischteich existieren hier sechs kleinere Teiche, die ursprünglich der Fischanzucht dienten – die sogenannten „Kinderteiche“. Sie verlandeten zunehmend, als die Karpfenzucht eingestellt wurde. Mit einem Kleinbagger wurden in diesen Bereichen nun zahlreiche Kleingewässer für die Amphibien ausgehoben. Die NABU-Stiftung lässt die Flächen extensiv mit Wasserbüffeln beweiden, die die Kleingewässer künftig durch Tritt, Fraß und Baden offenhalten. Jedes Jahr werden einige Tümpel von der Beweidung ausgezäunt, sodass sie ungestört von den zahlreichen Amphibien als Laichgewässer genutzt werden können.

Franziska Hermsdorf
Franziska Hermsdorf
Schutzgebietsmanagement Thüringen, Sachsen
Svenja Sammler
Svenja Sammler
Schutzgebietsmanagement Sachsen-Anhalt
0163 - 879 4465
Svenja.Sammler@NABU.de