Naturparadiese in Baden-Württemberg
Der Hirschacker

Der Hirschacker gehört zu einer Binnendünenlandschaft in der nördlichen Oberrheinebene, die am Ende der letzten Eiszeit durch Sandverwehungen entstand. Alte Hutewälder sowie artenreiche Heide- und Sandflächen prägen heute das Gebiet und zeugen von seiner vielfältigen Nutzungsgeschichte. Besonders wertvoll sind die offenen Flächen, auf denen geschützte Pflanzen wie Silbergras, Besenheide und die in Baden-Württemberg äußerst seltene Graue Skabiose gedeihen. Zudem beherbergt das Gebiet den größten Bestand an Sandstrohblumen im Land. Auch seltene Vogelarten wie Heidelerche und Ziegenmelker finden auf den Sand- und Magerrasen ideale Lebensräume.
Vielfältige Nutzungsgeschichte
Der Hirschacker wurde früher als Waldweide genutzt. Über Jahrhunderte entstand so eine offene Parklandschaft aus lichten Hutewäldern, Sandheiden und artenreichen Sand- und Magerrasen. Mit der militärischen Nutzung als Panzerübungsplatz wurden die Bäume im 20. Jahrhundert bis auf einige Bestände im Süden und Nordosten des Gebietes zurückgedrängt. Diese Eichen- und Buchenwälder sind bis heute als Reste der ehemals bäuerlich genutzten Hutewälder erhalten. Durch großflächige Kiefernaufforstungen in den 1980er Jahren verlor der Hirschacker wieder große Teile seiner wertvollen Offenlandbiotope. Die verbliebenen Sandrasen- und Heideflächen weisen heute noch eine artenreiche Pflanzen- und Insektenwelt auf.
Gemeinsam aktiv für den Hirschacker
Zusammen mit dem NABU Baden-Württemberg setzen wir uns im Hirschackerwald für die Entwicklung großflächiger Sand- und Magerrasen ein. Seit 2016 bewahrt die NABU-Stiftung 112 Hektar dieser wertvollen Naturflächen im Hirschacker, die sie im Rahmen des Nationalen Naturerbes vom Bund übernahm. Dazu zählen offene Heiden und Sandmagerrasen, alte Eichen- und Hainbuchenwälder und Kiefernaufforstungen. Im Projekt Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken wurden die wertvollsten Magerrasenstandorte freigelegt und monotone Kiefernbestände aufgelichtet. Nach dem historischen Vorbild der Waldweide pflegt heute ein Schäfer mit seiner Herde aus Schafen, Ziegen und Esel die offenen Sandrasen und aufgelichteten Wälder. Darüber hinaus schützen Aktive des NABU Schwetzingen mit Pflegeeinsätzen die wertvollen Standorte. Die alten Eichen- und Hainbuchenwälder überlässt die NABU-Stiftung einer ungestörten Naturentwicklung.
Hirschacker
Im Steckbrief erhalten Sie zusätzliche Informationen zur Flora und Fauna des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Schwetzingen und seiner Umgebung.

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