Naturparadiese in Brandenburg

Rotes Luch und Tiergarten

Das Naturschutzgebiet „Rotes Luch und Tiergarten“ liegt 30 Kilometer östlich von Berlin. Hier bewahrt die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe elf Hektar "Urwald von morgen" für Mittelspecht, Waldkauz und Co.
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Tiergarten Rotes Luch
Im Tiergarten bleibt das Totholz liegen und bietet zahlreichen Arten einen Unterschlupf.© Foto: Felix Grützmacher/NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Im Naturschutzgebiet „Rotes Luch und Tiergarten“, 30 Kilometer östlich von Berlin, schützt die NABU-Stiftung seit 2015 elf Hektar naturnahen Wald mit Eichen, Hainbuchen, Ulmen und Eschen. Der „Tiergarten“ blieb über Jahrhunderte weitgehend von forstwirtschaftlichen Eingriffen verschont. Seine frühere Nutzung als Wildgatter ließ die Bäume ungestört altern. So erleben wir hier das seltene Zusammenspiel eines ursprünglichen, artenreichen Waldes mit Bäumen aller Altersklassen – von jungen Trieben bis zu jahrhundertealten Baumriesen und wertvollem Totholz. Das „Rote Luch“, das größte Niedermoor Ostbrandenburgs, beeindruckt mit einer vielfältigen Wiesen- und Sumpflandschaft. Am Rand des Flusstals gedeihen zudem seltene Sand- und Steppenrasen.

Totholz für Schwarzspecht und Co.

Nur zwei Prozent der deutschen Wälder dürfen sich heute noch natürlich entwickeln und die Artenvielfalt fördern. Lebendige, artenreiche Laubmischwälder werden immer seltener. Im „Tiergarten“ findet der Schwarzspecht altes Holz, in das er seine Höhlen zimmert. Diese dienen später Waldkauz, Siebenschläfer oder Bechsteinfledermaus als Unterschlupf. Umgestürzte oder abgestorbene Bäume schaffen das für die Artenvielfalt so wichtige Totholz.

NABU-Stiftung aktiv

Im Juni 2015 erwarb die NABU-Stiftung elf Hektar „Urwald von morgen“ von der BVVG. Mit diesem Kauf sichern wir den urwüchsigen Wald für kommende Generationen. Um die Naturentwicklung zu fördern, pflanzten Grundschüler der Bertold-Brecht-Schule im November 2017 unter Anleitung von Stiftungsmitarbeiter Felix Grützmacher und der Oberförsterei Waldsieversdorf 300 Stieleichen, Hainbuchen und Rotbuchen. Wir bedanken uns herzlich beim Kosmos-Verlag und weiteren Partnern vor Ort für die Unterstützung dieser Pflanzaktion.

Bereits vor über 20 Jahren begann der NABU-Regionalverband Strausberg-Märkische Schweiz, das Naturparadies zu schützen, und erwarb zahlreiche Flächen, die später an die NABU-Stiftung übergingen. Dazu gehörte auch das Gelände einer ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Der Hof stand seit Jahren leer, und der Regionalverband begann mit dem Rückbau. Im April 2018 wurden dank der Flächenagentur Brandenburg die restlichen Gebäude abgerissen. Die aufwendige Entsiegelung finanzierte eine vorgezogene Ersatzmaßnahme. Nun breiten sich auf dem ehemaligen Betriebsgelände wieder wertvolle Trockenrasen aus, die das „Rote Luch“ bereichern. Damit die Flächen offen bleiben, pflegt ein ortsansässiger Landwirt die Wiesen mit Rindern. Aus den alten Feldsteinen der Gebäude entstanden Lesesteinhaufen, die künftig Zauneidechsen und anderen wärmeliebenden Arten Lebensraum bieten.

Rotes Luch und Tiergarten

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Im Steckbrief erfahren Sie mehr über dieses Waldgebiet.

Felix Grützmacher
Felix Grützmacher
Referent für Moorschutz, Schutzgebietsmanagement
+49 30 235 939 181
Felix.Gruetzmacher@NABU.de

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