Naturparadiese in Niedersachsen

Die Liebenauer Gruben

Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe engagiert sich seit 2008 für die Sicherung der Liebenauer Gruben bei Nienburg, um diese abwechslungsreiche Landschaft zu einer naturnahen Auenlandschaft für Fischadler und Co. zu entwickeln.
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Liebenauer Gruben
Die Liebenauer Gruben bieten eine abwechslungsreiche Landschaft aus fünf Gewässern und den dazwischenliegenden Landzungen.© Foto: Jutta Gründemann

Etwa fünf Kilometer südwestlich von Nienburg liegen in einer Weserschleife die Liebenauer Gruben. Gemeinsam mit dem Landkreis Nienburg arbeitet die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe daran, die fünf Gewässer und die dazwischenliegenden Landzungen zu schützen und eine naturnahe Auenlandschaft zu schaffen. Die Wasserstandsschwankungen der Weser bieten hier ideale Bedingungen, um lebendige Auwälder entstehen zu lassen, die in Deutschland zu den bedrohtesten Lebensräumen gehören.

Lebensraum für Wachtelkönig, Biber und Co.

Schon während des Kiesabbaus fanden viele gefährdete Arten an den neu entstehenden Gewässern ein Zuhause. Von den hier brütenden Vogelarten stehen mehrere auf der Roten Liste, darunter Teichrohrsänger, Uferschwalbe, Feldschwirl und Fischadler. Andere bedrohte Vögel wie Löffelente, Krickente und Flussuferläufer nutzen die Gruben als Rastplatz oder zur Nahrungssuche. 2017 zählten Ehrenamtliche 122 Vogelarten im Gebiet, darunter der seltene Wachtelkönig und der Raubwürger. Ende 2019 entdeckte unser Schutzgebietsbetreuer erste Spuren des Bibers. Im Frühjahr 2020 bestätigte eine Biberburg seine Ansiedlung. So weit westlich in Niedersachsen war das größte heimische Nagetier zuvor nicht nachgewiesen worden.

Der Fischadler kehrt Jahr für Jahr zurück

Die abwechslungsreiche Landschaft der Liebenauer Gruben mit ihren vielen Gewässern bietet dem Fischadler ideale Bedingungen. Hier findet er genug Fisch, um seine Jungen zu versorgen. Doch seine Vorliebe für Fisch brachte ihn einst in Gefahr: Als vermeintlicher Räuber wurde er gejagt und in einigen Regionen Deutschlands ausgerottet. Heute steht er unter Schutz. 2012 ließ sich das erste Fischadlerpaar im Naturschutzgebiet nieder und zog drei Jungvögel groß. Der NABU Nienburg hatte dafür 2009 eine Nisthilfe auf einem alten Strommast errichtet, die seither fast jedes Jahr genutzt wird. Dank solcher Maßnahmen wuchs der Fischadlerbestand in Niedersachsen auf zehn Brutpaare.

Stück für Stück zum Naturparadies

2008 fand die NABU-Stiftung mit dem Landkreis Nienburg und dem NABU Nienburg starke Partner, um die Kiesgruben schrittweise vom Unternehmen Rhein-Umschlag zu erwerben. 2009 gingen die ersten 37 Hektar in den Besitz der Stiftung über, 2010 folgten weitere 31 Hektar. Damit sicherte sie Wasserflächen, Uferzonen und Wiesen, auf denen der Wachtelkönig brütet. Im Oktober 2012 beschloss der Kreistag einstimmig, die Liebenauer Kiesgruben als Naturschutzgebiet auszuweisen. Die Verordnung trat am 20. Dezember 2012 in Kraft. Seit Ende 2017 liegt das gesamte Schutzgebiet in der Obhut der Stiftung.

Der NABU Nienburg betreut die Flächen und begleitet die Arbeiten zur Weseranpassung sowie die laufende Masseeinlagerung. Für Interessierte bietet er naturkundliche Führungen an. Im Februar 2013 entstand ein Beobachtungsturm, der Besuchern einen weiten Blick über das Gebiet und auf den Fischadlerhorst ermöglicht. Bei Exkursionen und Vorträgen des NABU Nienburg können Gäste das Naturparadies hautnah erleben.

Seit April 2020 schwimmen zwei Brutflöße für Flussseeschwalben in den Gewässern. Zwar entstanden durch Kies- und Sandablagerungen einige Inseln, doch die Wasserstandsschwankungen der Weser machen sie als Brutplätze unzuverlässig. Die schwimmenden Nisthilfen bieten eine sichere Alternative, auch bei Hochwasser. Im Winter 2026 stellten Ehrenamtliche einen wertvollen Sandtrockenrasen wieder her. Die etwa ein Hektar große Fläche entstand auf dem früheren Standort des Kieswerks nahe der Weser. Die offene, sonnige Lage schafft ideale Bedingungen für seltene Arten wie die Blauflügelige Ödlandschrecke und die Blauflügelige Sandschrecke, die auf karge Standorte angewiesen sind.

Mehr Information zu den Führungen und zur Anreise finden Sie hier im Faltblatt:

Liebenauer Gruben

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Im Steckbrief erfahren Sie mehr zu dieser Kiesgrubenlandschaft.

Nina Gunselmann
Nina Gunselmann
Schutzgebietsmanagement Brandenburg, Niedersachsen
030 - 235 939 152
Nina.Gunselmann@NABU.de

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Liebenauer Gruben

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  • 16.3.2026
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In den Liebenauer Kiesgruben in Niedersachsen haben im Winter 2026 Ehrenamtliche einen wertvollen Sandtrockenrasen wiederhergestellt.

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