Pflegeeinsatz in den Liebenauer Kiesgruben

Artenschutz mit Motorsense und Rechen

In den Liebenauer Kiesgruben in Niedersachsen haben im Winter 2026 Ehrenamtliche einen wertvollen Sandtrockenrasen wiederhergestellt. Die ehemaligen Kiesabbauflächen an der Weser bewahrt die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe auf Dauer für die Natur.

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  • 16.3.2026
  • Niedersachsen
  • Lesedauer: 1 Min.
Liebenauer Gruben
Keine Mühen scheuten die Ehrenamtlichen bei der Pflege eines wertvolles Sandrasenbiotops in den Liebenauer Kiesgruben.© Foto: Udo Hauer

16. März 2026 – Zwischen offenen Sandflecken und lichten Grasbüscheln zirpen an warmen Sommertagen Heuschrecken, Wildbienen summen und Zauneidechsen huschen davon auf der Suche nach Beute. Sandtrockenrasen bieten vielen spezialisierten Arten wertvolle Rückzugsorte, doch sie sind selten geworden. Denn ohne eine regelmäßige Pflege überwuchern Gräser und Gehölze die Offenflächen, und die Artenvielfalt verschwindet. Daher setzten sich im Januar und Februar NABU-Ehrenamtliche in den Liebenauer Kiesgruben bei Nienburg für die Wiederherstellung eines wertvollen Sandrasenbiotops ein. Gemeinsam mit dem NABU Nienburg bewahrt die NABU-Stiftung die Seen, Uferzonen und Wiesen der ehemaligen Kiesabbaufläche auf Dauer für die Natur.

Die Blauflügelige Ödlandschrecke und andere wärme- und trockenheitsliebende Arten fühlen sich auf Sandmagerrasen besonders wohl.© Foto: Herwig Winter/www.naturgucker.de

Heimat für Sandschrecke und Co.

Die etwa ein Hektar große Trockenrasenfläche entstand auf dem früheren Standort des Kieswerks in der Nähe der Weser. Die offene, sonnenexponierte Lage bietet ideale Bedingungen für seltene Arten wie die Blauflügelige Ödlandschrecke und die Blauflügelige Sandschrecke, die auf solche kargen Standorte angewiesen sind. Vor einigen Jahren hatten Wildschweine den Boden so stark umgepflügt, dass die Wiese nicht mehr mit dem Balkenmäher gepflegt werden konnte. Junge Robinien, Birken, Weiden und Kiefern sowie hochwachsende Gräser eroberten daraufhin weite Teile der Fläche.

Gräser und Gehölze ließen das Sandrasenbiotop über die Jahre zuwachsen.© Foto: Udo Hauer

Pflege in Handarbeit

Um den Lebensraum für die wärmeliebenden Insekten und Reptilien zu erhalten, stellten ein paar engagierte Ehrenamtliche des NABU Nienburg den Sandmagerrasen in einem aufwändigen Pflegeeinsatz wieder frei. Sie entfernten alle Junggehölze, mähten die Gräser mit Freischneidern und Handbalkenmäher, rechten das Mahdgut zusammen und transportierten es mithilfe einer kleinen Raupe und eines Muldenkippers ab. Dank ihres handfesten Zupackens kann der Trockenrasen nun im Sommer wieder erblühen und vielen seltenen Insekten, Reptilien sowie Vögeln ideale Lebensbedingungen bieten.

Nina Gunselmann
Nina Gunselmann
Schutzgebietsmanagement Brandenburg, Niedersachsen
030 - 235 939 152
Nina.Gunselmann@NABU.de
Mit Motorsense und Rechen | NABU-Stiftung Nationales Naturerbe