Naturparadiese in Sachsen-Anhalt
Die Moordahlwiese

Die Ohreniederung bei Farsleben ist eine weitläufige Auenlandschaft mit Feuchtwiesen, alten Gräben und Gehölzstreifen, in der sich Wasser, Wiesen und Wald mosaikartig abwechseln. Wenige Kilometer vor der Mündung der Ohre in die Elbe liegt hier der Moordahlsee und an dessen Ufern die Moordahlwiesen. Der Moordahlsee steht bereits seit den 1970er Jahren als Flächennaturdenkmal unter Naturschutz. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, der NABU Ohrekreis und der NABU Barleben engagieren sich hier gemeinsam für wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Lebensräume für seltene Arten
Bereits vor rund zwanzig Jahren begann der Biber am Moordahlsee einen Teil der trockengelegten Flächen wieder zu vernässen, das war der Startschuss für die heutige Entwicklung. Mittlerweile umfasst das Projektgebiet rund 60 Hektar, auf denen sich Feucht- und Nasswiesen, Röhrichte und Auwälder entwickeln. Auch Weißstorch, Wiesenweihe, Großer Brachvogel und Kranich profitieren von der naturnahen Gestaltung. Entlang der Ohre gibt es auch mehrere Horste des Fischadlers.
Im Gebiet finden sich neben den artenreichen Wiesen zahlreiche Feuchtbiotope, Altwässer und Gräben, die Lebensraum für viele gefährdete Tierarten wie die Rotbauchunke bieten. Neuntöter, Braunkehlchen, Dorngrasmücke, Eisvogel und Teichrohrsänger sind neben zahlreichen Amphibien und Insekten typische Vertreter dieser abwechslungsreichen Landschaft.
NABU und NABU-Stiftung aktiv vor Ort
Die Ohreniederung ist seit Jahrhunderten vom Menschen geprägt. Durch Eindeichung und Entwässerung ging ihre natürliche Dynamik weitgehend verloren, doch zwischen alten Gräben, Feuchtmulden und Gehölzstreifen haben sich wertvolle Reste der ursprünglichen Auenlandschaft erhalten. Die NABU-Stiftung kauft hier Stück für Stück Auenlandschaft, um sie gemeinsam mit dem NABU Ohrekreis für die Natur zu bewahren. Insbesondere die Erhaltung artenreicher Feuchtwiesen sowie die Wiederherstellung von Feuchtwiesen auf den derzeit ackerbaulich genutzten Flächen ist das Kernziel des Projekts. Aber auch den Erlenbruchwald wollen wir erhalten und vor Austrocknung bewahren. Die charakteristischen Pflanzenarten der Stromtalwiesen, die auch als Brenndolden-Auenwiesen bezeichnet werden, sollen durch das Projekt wieder in die Ohreniederung zurückkehren. Dazu zählen neben zahlreichen Gräsern insbesondere die namensgebende Brenndolde, Wiesensilau, Gräbenveilchen, Spieß-Helmkraut und Blauweiderich.
Der NABU Barleben verwandelt die ehemaligen Ackerflächen durch Ansaat artenreicher Saatmischungen und Mahdgutübertragung in blütenreiche Wiesen, die durch eine extensive Beweidung mit robusten Rinderrassen und Wasserbüffeln offen gehalten werden.
Bereits 50 Hektar Land in der Ohreniederung befinden sich in der Obhut der NABU-Stiftung. 2025 haben wir mit Spenden weitere rund sechs Hektar Ackerland erworben, aus dem wertvolles Grünland entsteht. In den kommenden Jahren werden wir weitere Flächen bei Farsleben kaufen, damit eine großflächige Auenlandschaft für Insekten, Amphibien und Wiesenvögeln entstehen kann.









