Naturparadiese in Sachsen-Anhalt

Salziger See

Der Salzige See bei Eisleben beeindruckt durch seine vielfältigen Lebensräume und die außergewöhnlich hohe Artenvielfalt. Über 126 Vogelarten leben hier. Seit 2012 bewahrt die NABU-Stiftung mit 470 Hektar fast das gesamte Naturschutzgebiet.
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Salziger See
Das Naturparadies Salziger See gehört zu einem der artenreichsten Naturräume in Mitteleuropa.© Foto: Lutz Döring

Einer der artenreichsten Naturräume Mitteldeutschlands liegt bei Eisleben in Sachsen-Anhalt – die Mansfelder Mulde mit ihren flachen Seen, weiten Schilfröhrichten, blütenreichen Trockenhängen und Binnensalzstellen. Wegen seiner außerordentlich reichen Vogelwelt ist das Areal des Salzigen Sees als Naturschutzgebiet, Europäisches Vogelschutzgebiet und europäisches Fauna-Flora-Habitatgebiet ausgewiesen und unter Ornithologen deutschlandweit bekannt.

Einst war der Salzige See mit rund 875 Hektar das größte Binnengewässer Mitteldeutschlands. Im Zuge eines Großerdfalls versickerte Ende des 19. Jahrhunderts schlagartig der größte Teil des Sees. Das verbleibende Restgewässer wurde zum Schutz des örtlichen Bergbaus trocken gepumpt und die ehemalige Seefläche unter den Pflug genommen. Die heutigen weiten Schilfflächen und Flachgewässer entstanden erst ab 1969, als der Bergbau eingestellt wurde und das Grundwasser wieder anstieg. Damit schütteten auch die Salzquellen wieder stärker aus und erweckten eine der größten Binnensalzstellen Mitteleuropas zu neuem Leben.

Vogelvielfalt am Salzigen See

Ein Besuch am Salzigen See verspricht Spektakuläres. Hier können viele seltene Arten wie Rohr- und Zwergdommel, Schwarzhals- und Rothalstaucher oder Bienenfresser beobachtet werden. Über die Jahre wurden 126 Vogelarten beobachtet, die im Gebiet brüten. Darunter sind viele bedrohte Vogelarten wie Wachtelkönig, Wendehals, Tüpfelsumpfhuhn, Braun- und Schwarzkehlchen. Hunderte von Limikolen wie Kiebitz und Flussregenpfeifer, aber auch Bekassine, Rotschenkel und Flussuferläufer machen das Gebiet im Herbst zu einem eindrucksvollen Ausflugsziel. Auch im Winter herrscht reges Leben, wenn nordische Gänse, Enten und Säger auf den Seen überwintern und Bartmeisen in den großen Schilfflächen nach Nahrung suchen.

Daneben leben auch seltene und gefährdete Libellen, Heuschrecken, Lurche und Kleinsäuger am Salzigen See. Fast ein Drittel der 175 hier krabbelnden Laufkäferarten ist bundesweit gefährdet. Es gibt elf Amphibienarten und 23 Libellenarten, von denen zehn ums Überleben kämpfen.

Botanische Schätze

Für das Gebiet prägend sind die weiten Röhrichte, Riede und extensiven Feuchtwiesen und -weiden, die die Grundlage des Vogelreichtums bilden. Daneben wachsen auf den jährlich neu entstehenden Schlammflächen und den Salzwiesen seltene Pflanzen wie Strand-Aster, Gifthahnenfuß, Graugrünem und Rotem Gänsefuß.

Die Trocken- und Halbtrockenrasen an den ehemaligen Ufern, die extensiven Äcker sowie die Ruderalfluren bergen mit Gelbem Günsel, Haar-Pfriemengras, Frühlings-Adonisröschen, Odermennig, Kleinem Habichtskraut und Zypressenwolfsmilch weitere botanische Schätze. Insgesamt 613 Pflanzenarten wachsen im Gebiet, von denen 102 selten und bedroht sind.

NABU-Stiftung aktiv vor Ort

2012 übergab der Bund 420 Hektar im Naturschutzgebiet „Salziger See“ an die NABU Stiftung. Mit dem Zukauf weiterer 50 Hektar entstand ein zusammenhängendes Gebiet aus Seen, Schilfröhrichten, Binnensalzstellen, Landwirtschaftsflächen und Trockenrasen. Schafe halten die Trockenhänge am Nordufer offen, angrenzende Äcker werden in Grünland umgewandelt, und das verbleibende Ackerland wird unter strengen Naturschutzauflagen bewirtschaftet, um besonders die Feldlerche zu fördern. 

Seit 2021 testet die NABU Stiftung gemeinsam mit einem Biolandbetrieb feldlerchenfreundliche Anbaumethoden. Dazu gehören der Anbau von Sommergetreide und das Auslassen einzelner Saatreihen. Diese Maßnahmen haben die Brutzahlen der Feldlerche auf den Projektflächen mehr als verdoppelt und bleiben für die nächsten 25 Jahre gesichert.

Im Oktober 2025 begann ein neues Großprojekt: Auf 125 Hektar wurde ein acht Kilometer langer Schutz- und Weidezaun errichtet, der ab 2026 den Einsatz von Wasserbüffeln ermöglicht. Die Tiere sollen Feucht- und Salzwiesen offenhalten und so den Lebensraum seltener Arten verbessern. Gleichzeitig schützt der Zaun Brutvögel wie Rohrdommel, Graureiher, Knäkente und Kiebitz besser vor Fressfeinden wie dem Waschbären, der in den letzten Jahren erhebliche Verluste verursacht hat.

Fernsehbericht zur Wasserbüffelbeweidung

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Salziger See

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Im Steckbrief erhalten Sie weitere Informationen zum Artenreichtum einer der größten Binnensalzstellen Mitteleuropas.

Svenja Sammler
Svenja Sammler
Schutzgebietsmanagement Sachsen-Anhalt
0163 - 879 4465
Svenja.Sammler@NABU.de

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