Naturparadiese in Thüringen

Bahndamm bei Altenburg

Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe bewahrt die rund 23 Kilometer lange ehemalige Bahnstrecke bei Altenburg in Ostthüringen als Wanderkorridor für Haselmaus, Siebenschläfer und weitere Arten.
  • Artikel
  • Lesedauer: 3 Min.
Haselmäuse Bahndamm Altenburger Land
Die NABU-Stiftung bewahrt den Bahndamm bei Altenburg als Wanderkorridor für Haselmaus und Co.© Foto: Maximilian Olbrich

Die stillgelegte Bahnstrecke zwischen Kotteritz in Thüringen und Narsdorf in Sachsen hat sich im Laufe der Jahre zu einem grünen Band verwandelt, das vom Siebenschläfer als Wanderkorridor genutzt wird. Es verbindet die Lebensräume von seltenen Arten miteinander.
Entlang der Strecke wärmen sich Zauneidechsen auf sonnigen Plätzen und in den Höhlen hundertjähriger Eichen zieht der Siebenschläfer seine Jungen auf. Auch für die in der Region vorkommende Haselmaus bietet der Bahndamm mit seinen lichten Waldrändern einen Lebensraum. Während für uns ein gut ausgebautes Straßennetz selbstverständlich ist, gibt es für unsere heimischen Wildtiere immer weniger Wanderkorridore.

 

Grüner Wanderkorridor für die Natur

Die stillgelegte Bahnstrecke bei Altenburg ist ein buntes Flächenband inmitten weiter Ackerflächen, das von alten Eichenbeständen, lichten Waldrändern, artenreichen Trockenhängen und Feuchtwiesen geprägt ist. Vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten wie Zauneidechse, Haselmaus und Mopsfledermaus bietet der alte Bahndamm einen Lebensraum. Wie ein grüner Korridor liegt er zudem zwischen zwei bislang isolierten Vorkommen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings in den Schutzgebieten Pleiße- und Wierauaue der NABU-Stiftung. Durch die Entwicklung geeigneter Trittsteinbiotope entlang des Bahndammes kann diese gefährdete Schmetterlingsart künftig wieder miteinander in Austausch treten.

NABU-Stiftung aktiv

Im Herbst 2016 erwarb die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe die 23 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Thüringen und Sachsen mit Hilfe von Spenden und Fördergeldern von der Deutschen Bahn AG.

Seit dem Frühjahr 2021 können Wanderer und Radfahrer den sogenannten „Viaduktweg“ zwischen Kotteritz und Beiern nutzen. Als Naturschutzstiftung steht für uns die Entwicklung von wertvollen Trittsteinbiotopen auf dem neuen Wanderweg im Mittelpunkt. So profitiert die Insektenwelt von dem durchgehenden Sandband, denn hier finden sonnenhungrige Insekten ideale Lebensbedingungen. Zahlreiche auf besonnte Sandflächen angewiesene Insektenarten haben bereits den neuen Wanderweg erobert. Dazu gehört der Dünen-Sandlaufkäfer, der in den umliegenden Sandgruben lebt und den Sandweg zum Wandern nutzt. Daneben ist der wärmeliebende Feld-Sandlaufkäfer sowie der Violette Ölkäfer auf dem gut besonnten Bahndamm unterwegs.

Franziska Hermsdorf
Franziska Hermsdorf
Schutzgebietsmanagement Thüringen, Sachsen