Startschuss für Renaturierung auf der Elbinsel
2. Phase für Krautsand
Das Naturschutzgroßprojekt Krautsand geht in die Umsetzungsphase. Gemeinsam mit dem WWF wollen wir als NABU-Stiftung in den kommenden Jahren auf Krautsand wertvolle Lebensräume der Tideelbe für Fische, Wasservögel und seltene Pflanzen zurückgewinnen.

31. August 2026 - Im Naturschutzgroßprojekt Krautsand geht es jetzt richtig los. Zum Auftakt der Umsetzungsphase haben Bundesumweltminister Carsten Schneider und der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer am vergangenen Freitag in Wischhafen den Förderbescheid an den WWF und die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe übergeben. Der Bund und das Land Niedersachsen fördern die Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen zusammen mit 13.880.984 Euro. Im nächsten Schritt werden nun die für die Renaturierung benötigten Flächen durch die NABU-Stiftung gekauft und für die Umsetzung der Maßnahmen durch den WWF das Projektteam aufgestockt. Anfang Juli erwarb die NABU-Stiftung bereits die ersten fast 19 Hektar Grünland auf der Elbinsel.
Die ehemalige Insel Krautsand gehört zur Tideelbe. Das wunderschöne Mosaik aus Land und Wasser, das Krautsand ausmacht, wollen wir in ein echtes Naturparadies zurückverwandeln und den Einfluss von Ebbe und Flut wiederherstellen und vergrößern. So bekommen Fische, Kleinkrebse, Vögel und Insekten, aber auch seltene Pflanzen wieder bessere Lebensbedingungen. Die Artenvielfalt von Krautsand, die typisch für ein Ästuar ist, hat eine besondere Bedeutung für den Naturschutz in Deutschland.

Die Landschaft in Krautsand ist geprägt von zwei Nebenelben, Grünland mit Gräben, Prielen und Ufersäumen. Diese haben allerdings viele ökologische Defizite. Die teils EU-rechtlich geschützten Gewässer sind durch die Auswirkungen der Vordeichungen und Elbvertiefungen so verschlickt und abgeschnitten von der Tideelbe, dass sie ihre Funktion als Lebensraum für Fische sowie Wat- und Wasservögel nur noch eingeschränkt erfüllen. Die landwirtschaftliche Nutzung und das Wassermanagement auf den Grünländereien steht auf vielen Flächen nicht im Einklang mit den Bedürfnissen der geschützten Vögel im EU-Vogelschutzgebiet.
Gemeinsam die Vielfalt der Tideelbe bewahren
Mit dem WWF Deutschland und lokalen Akteuren wollen wir die Lebensräume nachhaltig schützen und neue schaffen. Unter dem Motto „Gemeinsam die Vielfalt der Tideelbe schützen“ soll das Projekt den einzigartigen Naturraum der Flusslandschaft beleben, Nebenarme als Lebensräume für Tiere und Pflanzen revitalisieren, ehemalige Priele wieder an das Tidegeschehen anschließen und das von Gräben durchzogene Grünland für typische Arten der Kulturlandschaft, wie etwa Wiesenvögel, aufwerten. Die Maßnahmen schaffen auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Die Projektfinanzierung erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMUV), durch das Niedersächsische Umweltministerium sowie durch den WWF und die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe.



