Landkauf im Unteren Saaletal
Botanische Schätze gerettet
Im Frühjahr 2023 erwarb die NABU-Stiftung weitere rund neun Hektar in der Porphyrlandschaft Gimritz in Sachsen-Anhalt. Durch den Kauf wurde unter anderem das letzte Vorkommen der stark gefährdeten Sand-Silberscharte im Unteren Saaletal dauerhaft geschützt.

2. März 2023 – Die Sand-Silberscharte kann als Pionierart für Sandtrockenrasen viel aushalten. Tiefe Pfahlwurzeln versorgen sie in Trockenzeiten mit Wasser, die weiße Behaarung und glänzende Oberfläche der Blätter schützt zudem vor starker Sonnenstrahlung. Trotz dieser Anpassungen ist die Sand-Silberscharte in Deutschland stark gefährdet, denn viele Sandrasen sind durch Sandabbau, Aufforstung und Bebauung zerstört worden. Im Saaletal kommt die spezialisierte Art nur noch an einem Standort in der Porphyrlandschaft bei Gimritz vor. Vor Kurzem erwarben wir das wertvolle Areal zusammen mit fast neun Hektar angrenzenden Naturschutzflächen. Dadurch konnten wir eine große Lücke in unserem Beweidungsprojekt schließen und das NABU-Naturparadies auf rund 170 Hektar vergrößern.

Pionierart ist auf Beweidung angewiesen
Neben der Sand-Silberscharte wächst auf den erworbenen Flächen das Zierliche Brillenschötchen, das als endemische Unterart nur noch an wenigen Standorten in Sachsen-Anhalt vorkommt. Beide Arten sind durch den Rückgang der traditionellen Schaf- und Ziegenbeweidung extrem gefährdet und drohen ohne Hilfe gänzlich zu verschwinden. Als Eigentümer werden wir die bestehende Schafbeweidung im Gebiet auf das erworbene Grasland ausweiten und die Lebensbedingungen für die besondere Pflanzenwelt dauerhaft verbessern. Unterstützung bekommen wir dabei von der Hochschule Anhalt, die sich seit vielen Jahren mit Pflegeprojekten für den Schutz der letzten Vorkommen von Silberscharte und Brillenschötchen im Unteren Saaletal engagiert.
