Waldkauf bei Zeitz in Sachsen-Anhalt

Neues Waldparadies für die Mopsfledermaus

In Sachsen-Anhalt rettete die NABU-Stiftung im Sommer 2023 einen wertvollen Laubmischwald mit Felsenkeller, der gefährdeten Fledermäusen als Quartier dient. Der Kauf wurde mit Hilfe von Spenden aus dem Waldschutzfonds ermöglicht.

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  • 25.10.2023
  • Sachsen-Anhalt
  • Lesedauer: 3 Min.
Mopsfledermaus
Die gefährdete Mopsfledermaus bewohnt am liebsten alte, abgestorbene Bäume, wo sie sich hinter der Rinde oder in Baumspalten verstecken kann.© Foto: © Markus Dietz

25. Oktober 2023 – Die Mopsfledermaus findet man in Deutschland nur noch selten. Denn sie braucht vor allem alte, totholzreiche Wälder, die ausreichend Baumquartiere und Insektennahrung bieten. Erst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sucht die Fledermaus Schutz in Höhlen, Stollen oder Kellern, die frostsicher und möglichst störungsarm sind. In Sachsen-Anhalt sicherten wir als NABU-Stiftung Nationales Naturerbe im Sommer wertvollen Lebensraum für die stark gefährdete Mopsfledermaus und viele andere seltene Arten. So erwarben wir mit Spenden aus dem NABU-Waldschutzfonds 13 Hektar Laubmischwald im Spittelholz bei Zeitz zusammen mit einem Felsenkeller, in dem die Mopsfledermaus und weitere Fledermäuse jedes Jahr überwintern.

Kauf sorgt für dauerhaften Schutz des Waldparadieses

Neben der Mopsfledermaus bietet das Spittelholz zahlreichen bedrohten Waldtieren ideale Lebensräume. Dazu gehören der stark gefährdete Grauspecht, der Wendehals und der Siebenschläfer, der in den alten Eichenmischwäldern viele Verstecke und Früchte findet. Durch den Kauf konnten wir den seit mehreren Jahrzehnten ungenutzten Wald vor einer forstlichen Bewirtschaftung schützen und als Wohnraum für Specht, Fledermaus und Co. dauerhaft bewahren. Denn trotz der Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet kommt auf direkt benachbarten Waldflächen die Motorsäge regelmäßig zum Einsatz.

In unserer Stiftungsobhut dürfen die teils über 70 Jahre alten Bäume, darunter zahlreiche stattliche Eichen, nun weiterhin ungestört wachsen und sich zu artenreichem Alt- und Totholz entwickeln. Den alten Felsenkeller wollen wir künftig so erhalten, dass die gefährdete Mopsfledermaus hier sicher überwintern kann. Dabei werden wir mit dem Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt eng zusammenarbeiten, der seit vielen Jahren das Quartier betreut und kontrolliert.

Franziska Hermsdorf
Franziska Hermsdorf
Schutzgebietsmanagement Thüringen, Sachsen