Naturparadiese in Baden-Württemberg
Der Langenhard

Der ehemalige Standortübungsplatz Lahr-Langenhard, fast 110 Hektar groß, diente einst deutschen und französischen Streitkräften. Sein heutiger Artenreichtum verdankt sich der jahrzehntelangen militärischen Nutzung, die offene Flächen, Mulden und strukturreiche Übergangszonen schuf. Diese Geländeformen bieten bis heute wertvolle Lebensräume für spezialisierte Arten. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe engagiert sich, diese Vielfalt zu bewahren und weiterzuentwickeln. Mit extensiver Beweidung, der Offenhaltung der Wiesen und der Pflege von Tümpeln und Kleingewässern sichert sie den Erhalt dieser einzigartigen Landschaft. So bleibt der Langenhard ein Rückzugsort für seltene Arten und ein Naturerbe für kommende Generationen.
Naturschutz und Erholungsort
Das Hochplateau mit seinen Wäldern bietet seltenen Arten wie dem Hirschkäfer ein Zuhause. Rund 60 Prozent der Fläche bestehen aus Offenland, das Wildbienen und Tagfaltern wie dem Weißen Waldportier Lebensraum bietet. Zahlreiche Kleingewässer ziehen Amphibien wie Gelbbauchunke, Fadenmolch und Bergmolch an. Mit Hilfe einer Fotofalle konnte im Winter 2021/2022 auch die Wildkatze erstmals auf dem Langenhard nachgewiesen werden. Mit seinen strukturreichen Wäldern, extensiv genutzten Weiden und intakten Waldrändern bietet er einen idealen Rückzugsraum für die scheue Waldkatze. Gleichzeitig dient das Gebiet der Stadt Lahr als wichtiges Naherholungsgebiet. Naturschutz, Erholung und Umweltbildung gehen hier Hand in Hand, während die NABU-Ortsgruppe Lahr die Flächen gemeinsam mit der Stiftung weiterentwickelt.
Artenschützer auf vier Beinen
In den vergangenen Jahren hat die NABU‑Stiftung auf dem Langenhard zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die biologische Vielfalt zu fördern und das Gebiet ökologisch weiterzuentwickeln. Dazu gehört vor allem die Einführung einer naturschonenden Beweidung. Seit 2020 pflegt eine Herde Hinterwälder‑Rinder die offenen Flächen, hält Kleingewässer frei und schafft strukturreiche Wiesen, die Insekten, Vögeln und Amphibien zugutekommen. Teils streng geschützten Pflanzenarten wie das Echte Tausendgüldenkraut sowie die Kreuzblume kommen hier vor. Bereits zuvor wurden die Wiesen durch Schafbeweidung offen gehalten. Damit die Weidetiere ausreichend Fläche zum Grasen bekommen, wurden etwa 60 Hektar Offenland und Waldbereiche auf dem Langenhard im Herbst 2019 eingezäunt. Das Projekt wurde gefördert durch das Regierungspräsidium Freiburg und finanziert durch Mittel des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.
Auch die Aufwertung von Lebensräumen spielt eine zentrale Rolle. Für die bedrohte Gelbbauchunke entstanden neue Laichgewässer, bestehende Tümpel wurden verbessert. 2016 pflanzte die Stiftung 75 junge Buchen und Obstbäume, um Streuobstbestände und Laubwaldstrukturen zu stärken. 2017 befreiten Ehrenamtliche das Gelände von Militärmüll wie Reifen und Alteisen, um die Renaturierung voranzutreiben. Dank der kontinuierlichen Betreuung durch NABU-Aktive und Partnerbetriebe entwickelt sich der Langenhard weiter zu einem wertvollen Naturparadies.
Langenhard
Im Steckbrief erfahren Sie mehr zur ehemaligen Militärfläche im Schwarzwald.

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