Naturparadiese in Brandenburg

Das Stobbertal

Im Naturschutzgebiet „Stobbertal“ finden in der abwechslungsreichen Landschaft eine Vielzahl an seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe schützt hier 240 Hektar.
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Rinder im Stobbertal
Schottische Hochlandrinder sind besonders gut an die feuchten Bedingungen im Stobbertal angepasst und können das ganze Jahr über auf den Flächen grasen.© Foto: Klemens Karkow/NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Mitten durch den Naturpark Märkische Schweiz in Brandenburg schlängelt sich der Stobber, ein Flüsschen, das im Roten Luch entspringt. Ab Buckow durchzieht es ein Tal, das zusammen mit seinen Seitentälern sowie den umliegenden Wäldern und Wiesen das Naturschutzgebiet Stobbertal bildet. Auf 884 Hektar breitet sich eine abwechslungsreiche Landschaft aus: Auwaldreste, Feuchtwiesen, Staudenfluren und verschiedene Laubwälder wechseln einander ab. Seit 2010 erwirbt die NABU-Stiftung nach und nach Flächen entlang des Stobbers, um das wertvolle Gebiet vollständig zu schützen. Unterstützung erhält sie vom NABU-Regionalverband Strausberg-Märkische Schweiz, der sich seit über 20 Jahren im Stobbertal einsetzt. Der Regionalverband überließ der Stiftung große Teile seines Landes. Heute bewahrt die NABU-Stiftung rund 240 Hektar Naturschutzfläche im Stobbertal.

Heimat für seltene Arten

Seltene Tier- und Pflanzenarten finden im Stobbertal ideale Bedingungen. Im Frühling blühen in den buchenreichen Laubmischwäldern Leberblümchen, Buschwindröschen, Lungenkraut und Gelbe Anemonen. Im klaren, sauerstoffreichen Stobber und seinen Zuflüssen tummeln sich Schlammpeitzger, Steinbeißer und Gründlinge. Auf den Wiesen am Stobber brüten die letzten Bekassinen der Märkischen Schweiz. Auch der Biber fühlt sich hier wohl. Während er anderswo oft Konflikte mit Grundeigentümern auslöst, schützen wir im Stobbertal seinen Lebensraum. Er baut ungestört Burgen und zieht seine Jungen groß. Mit seinen Dämmen formt er den Stobberbach und die angrenzende Talaue zu einem lebendigen Fließgewässersystem.

Die „Hölle“, ein uriger Hangschluchtwald am Höllenbach, beherbergt über 100 Jahre alte Buchen, Eichen und Linden. Fledermäuse wie die Große Bartfledermaus und die Rauhautfledermaus jagen hier. Auch die Gebirgsstelze und der seltene Zwergschnäpper finden in der Höllenschlucht eine Heimat und genug Nahrung für sich und ihre Küken. Zusammen mit anderen Schluchtwäldern im Stobbertal bildet die „Hölle“ ein wertvolles Rückzugsgebiet für bedrohte Arten, die auf Totholz angewiesen sind.

NABU-Stiftung aktiv

Die NABU-Stiftung arbeitet mit einem örtlichen Landwirt zusammen, der das Grünland in der Talaue mit schottischen Hochlandrindern vogelfreundlich beweidet. Diese seltene Rinderrasse ist ideal an die feuchten Bedingungen im Stobbertal angepasst und grast dort ganzjährig. Dadurch findet die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Bekassine sichere Brutplätze.

Die naturnahen Waldflächen mit Winterlinden, Traubeneichen und Hainbuchen haben wir bereits aus der Nutzung genommen. In den feuchten Erlen-Eschenwäldern schließen wir alte, aber noch funktionierende Entwässerungsgräben, um die für diesen Lebensraum typischen hohen Grundwasserstände wiederherzustellen. In naturfernen Waldbeständen treiben wir den Waldumbau voran, um die Entwicklung zum Naturwald zu beschleunigen, bevor wir auch diese Flächen der Natur überlassen. Im Sommer 2019 kauften wir dank Spenden 4,7 Hektar Hangschluchtwald in der „Hölle“. So entsteht Stück für Stück ein zusammenhängendes NABU-Schutzgebiet im Stobbertal. Wir verhindern Holzeinschlag, lassen die Bäume alt werden und bewahren Totholz als vielfältigen Lebensraum für Insekten, Fledermäuse und Vögel. Im Februar 2020 pflanzten wir 4.000 junge Traubeneichen, Hainbuchen und Winterlinden in einen reinen Kiefernbestand. Ein Wildschutzzaun schützt die jungen Bäume vor Verbiss durch Rehe und Rotwild. Sobald die Bäume groß genug sind, bauen wir den Zaun ab und überlassen das Waldstück vollständig der Natur.

Stobbertal

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Im Steckbrief erfahren Sie mehr über die Wälder in diesem Gebiet.

Felix Grützmacher
Felix Grützmacher
Referent für Moorschutz, Schutzgebietsmanagement
+49 30 235 939 181
Felix.Gruetzmacher@NABU.de

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