Naturparadiese in Brandenburg

Der Piepergrund

In der Uckermark befindet sich ein besonderes Naturparadies: der Piepergrund. Seit 2003 schützt die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe diesen einzigartigen Lebensraum für Zauneidechse und Co. und bewahrt bereits 45 Hektar des wertvollen Gebietes für die Natur.
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Schafe weiden im Piepergrund
Seit 2012 weiden Schafe auf den Wiesen im Piepergrund.© Foto: Klemens Karkow/NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Mit den wildkräuterreichen Trockenrasen und weiten Wiesen und Äckern bietet der Piepergrund vielen bedrohten Pflanzen- und Tierarten einen geeigneten Lebensraum. Von seiner strukturreichen Landschaft profitiert unter anderem die Zauneidechse. Der „kleine Drache“ ist europaweit als Art der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt und steht auch in Deutschland als besonders geschützte Art auf der Roten Liste. Im Piepergrund findet die Eidechse in dem für sie wichtigen Wechsel aus strukturreichen Waldrändern und sonnendurchfluteter Offenlandschaft ein geeignetes Zuhause.

Heimat für bedrohte Arten

Ein besonderes Merkmal des Piepergrunds sind seine Trockenrasenbereiche. Trockenrasen kommen von Natur aus nur sehr selten vor. Durch landwirtschaftliche Nutzung und Kiesabbau entstanden im Piepergrund baumfreie Flächen. Hier blühen so schöne und gefährdete Blumen wie die Sibirische Glockenblume, Grasnelke, Sand-Strohblume, der Ährige Blauweiderich sowie die Wiesen-Küchenschelle. Auch viele seltene Vögel fühlen sich im Piepergrund wohl. Das Naturschutzgebiet ist Teil des europäischen Vogelschutzgebietes „Randow-Welse-Bruch“ und Lebensraum von Heidelerche, Neuntöter, Rotmilan, Sperbergrasmücke und Schwarzspecht.

Die NABU-Stiftung aktiv im Piepergrund

Seit 2003 erwerben wir im Piepergrund Flächen, um diesen einzigartigen Lebensraum dauerhaft zu bewahren. Bereits 2012 wandelten wir einen Acker im Piepergrund zu Grünland um und organisierten mit einem Schäfer die Beweidung der Wiesen.

Im Frühjahr 2014 haben wir einen weiteren Schritt unternommen: Auf 1,5 Hektar wurde ein südexponierter Trockenhang entbuscht, der durch die fehlende Nutzung der letzten Jahrzehnte zugewachsen war und damit stark an Wert verloren hatte. Sträucher und Bäume wurden gefällt und behutsam per Hand oder Seilwinde aus dem Gebiet gezogen. Einzelne Sträucher und Gehölze ließen wir dabei bewusst stehen, um seltenen Schmetterlings- und Vogelarten einen Unterschlupf zu bieten. Mit der Entbuschung kann sich der hier ursprüngliche Trockenrasen wieder entfalten. Die Pflege übernimmt seit 2014 ein Schäfer mit seiner Schafherde. Dank der Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender erwarben wir 2014 außerdem eine Ackerfläche, auf de wir die Ackerwirtschaft einstellten, damit sich hier ein artenreicher Trockenrasen entwickeln kann.

Die naturnahen Stiftungswälder überlassen wir komplett der Natur, so dass sie eine eigene Dynamik durch Werden und Vergehen entwickeln. Allerdings sind die im Nordwesten und Südosten des Gebietes liegenden Stiftungswälder durch die frühere Forstwirtschaft noch sehr naturfern. Durch waldbauliche Maßnahmen wandeln wir die Nadelforste in einen naturnäheren Zustand um und entlassen sie dann aus der Nutzung.

Piepergrund

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Im Steckbrief erfahren Sie mehr über den Pipergrund und seine Trockenrasenlandschaft.

Christian Unselt
Christian Unselt
030 - 235 939 151
Christian.Unselt@NABU.de

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Piepergrund | NABU-Stiftung Nationales Naturerbe