Naturparadies Grünhaus

Vom Tagebau zum Naturparadies

Aus dem ehemaligen Niederlausitzer Tagebaugebiet ist über die Jahre ein grünes, blühendes Naturparadies entstanden. Karge Sandflächen, weites Grasland, junge Wälder und zahlreiche Seen wechseln sich hier ab und bieten seltenen Arten Raum zum Leben. Erfahren Sie, wie sich Grünhaus in Obhut der NABU-Stiftung entwickelt hat und was sich hinter dem Namen verbirgt.
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Wüstenartige Bergbaulandschaft mit feinen Sand- und Erosionsfurchen, im Vordergrund steht ein kleiner grüner Nadelbaum
Nachdem die Braunkohlebagger ihre Arbeit eingestellt hatten, war Grünhaus in weiten Teilen eine öde Mondlandschaft.© Foto: Stefan Röhrscheid/NABU-Stiftung

Der Name „Grünhaus“ erinnert an ein Dorf zwischen Finsterwalde und Lauchhammer, das einst von ausgedehnten Wäldern umgeben war. Mit dem Braunkohleabbau 1975 verschwanden der Ort und seine Umgebung jedoch unwiederbringlich. Nach dem Abzug der Bagger wollte man große Teile der Tagebauflächen wieder in Wirtschaftswälder sowie Äcker und Wiesen umwandeln. Doch in den Tagebauen Klettwitz und Kleinleipisch erhielt die Natur eine zweite Chance. 

Die Postkarte zeigt die beliebte Gastwirtschaft „Waldschlößchen“ in Grünhaus, die zusammen mit dem Dorf 1975 dem Bergbau weichen musste.© Foto: Sammlung Pötsch

Seit 2003 in Stiftungshand

Zwischen 2003 und 2006 erwarben wir als NABU-Stiftung Nationales Naturerbe rund 1.930 Hektar des ehemaligen Tagebaugeländes bei Finsterwalde und ließ im Osten des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft das Naturparadies Grünhaus entstehen. 2023 erweiterten wir mit dem Kauf von rund 250 Hektar Wald den östlichen Teil von Grünhaus. Als Eigentümerin überlässt die NABU-Stiftung den Großteil der Flächen der Natur und setzt sich für eine schonende Sanierung der Tagebauflächen ein. Große Teile von Grünhaus sind zudem als Naturschutzgebiet und europäisches Vogelschutzgebiet geschützt.

Zahlreiche Gewässer mit dichtem Schilfgürtel, Rohböden und junge Wälder prägen heute die junge Bergbaufolgelandschaft von Grünhaus.© Foto: Frank Leo/fokus-natur.de

Landschaften in Grünhaus

Wildnis braucht Vernetzung

Wildnisgebiete sind für die Natur überlebenswichtig. Bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden hier Zuflucht und breiten sich von dort wieder in andere Gebiete aus. Damit das gelingt, müssen die Wildnisgebiete miteinander vernetzt sein. Doch rund um Grünhaus überwiegen eintönige, artenarme Kiefernforste, die ein Hindernis vor allem für wenig mobile Arten darstellen. Daher kaufen wir Kiefernwälder außerhalb von Grünhaus und verwandeln sie dank ehrenamtlicher Hilfe in artenreiche Naturwälder. Als Trittsteinbiotope können die Waldinseln einen wichtigen Beitrag für die Wiederbesiedlung von Grünhaus leisten.

Naturschutz & Bergbausanierung

In Bergbaufolgelandschaften sind Sanierungsarbeiten aus Sicherheitsgründen unverzichtbar, denn sie stabilisieren Flächen und Böschungen. Doch die Standardsanierung reduziert die Vielfalt an Landschaftsformen und Lebensräumen erheblich. Als Eigentümer setzen wir uns in Grünhaus für eine naturschonende Sanierung ein, bei der nur die sicherheitsbedingten Maßnahmen naturschutzgerecht ausgeführt werden. Um ökologisch wertvolle Strukturen und Extremstandorte zu erhalten, verzichten wir auf Bodenverdichtung, Düngung und Kalkung. Nach der Sanierung überlassen wir die Flächen vollständig der Natur.

Steckbrief

Naturparadies Grünhaus

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Im Steckbrief erfahren Sie mehr über die Entwicklung des Naturparadieses Grünhaus, einem 2.200 Hektar großen ehemaligen Tagebaugebiet in Südbrandenburg.

Mehr über Grünhaus

Vom Tagebau zum Naturparadies | NABU-Stiftung Nationales Naturerbe