Naturparadiese in Mecklenburg-Vorpommern

Anklamer Stadtbruch

Zwischen Peenemündung und Stettiner Haff erstreckt sich auf fast 2.000 Hektar der Anklamer Stadtbruch. Über 100 Brutvogelarten sind in der weiten Moorlandschaft zu Hause, darunter ist auch der Seeadler mit der höchsten Brutdichte in Europa. In Obhut der NABU-Stiftung darf sich die Natur hier weitestgehend ungestört entfalten.
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Blick auf den Anklamer Stadtbruch
Entlang einer alten Bahnstrecke erstreckt sich die wilde Landschaft aus Wasser, Schilf und Bruchwäldern.© Foto: Tobias Dahms | aesa-aerial.com

Zwischen Anklam und Stettiner Haff im Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anklamer Stadtbruch. Durch seine Größe und Unwegsamkeit gehört die Moorlandschaft zu den wenigen echten Wildnisgebieten, die Deutschland noch zu bieten hat. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe engagiert sich für den Erhalt des Anklamer Stadtbruchs und bewahrt einen Großteil des Naturschutzgebietes in ihrer Obhut.

Glücksfall Sturmflut

Im Zentrum des Anklamer Stadtbruchs findet sich eines der raren regenwassergespeisten Hochmoore, dass von naturnahen Feuchtwäldern umgeben ist. Früher wurde hier Torf als Brennmaterial für die Stadt Anklam abgebaut, wofür der Stadtbruch mit Entwässerungsgräben durchzogen wurde. Mithilfe zweier Schöpfwerke und der Eindeichung wurde das ehemals baumfreie Gelände weiter trockengelegt und eine intensive forstwirtschaftliche Nutzung eingeführt. Bei einer Sturmflut im November 1995 brachen die Deiche des Anklamer Stadtbruchs und das Gelände verwandelte sich in eine wilde Landschaft aus weiten Flachgewässern, baumfreiem Hochmoor, feuchten Bruchwäldern und sich wandelndem Hochwald.

Heimat für Spezialisten

Heute darf sich die Natur im Anklamer Stadtbruch weitestgehend ungestört entfalten. Auf den überfluteten Flächen sterben die Wälder allmählich ab. An ihrer Stelle wächst wieder eine natürliche Vegetation aus Röhrichten und Seggenrieden. Auf den Flächen, die weniger häufig überflutet werden, entstehen neue Moorwälder aus Erlen und Birken. Torfmoose, Gagelstrauch und andere moortypischen Arten wachsen wieder. Seltene Libellen und Schmetterlinge wie der Große Feuerfalter und über 100 Arten an Brutvögeln haben hier eine Heimat gefunden. Darunter sind Arten mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen wie Wendehals, Zwergschnäpper, Karmingimpel und Tüpfelsumpfhuhn. 

Paradies für Wasservögel

Die überfluteten Polder ziehen Trauerseeschwalben, Grau- und Silberreiher, Kiebitze und viele weitere Wasservögel an. Während der Zugzeit sammeln sich Zehntausende Wildgänse, Kraniche, Enten und Watvögel an den Flachgewässern. Vom Fischreichtum profitieren auch Kormoran, Fischotter und Seeadler. Mit inzwischen bis zu 13 Horstpaaren hat der Stadtbruch die höchste Brutdichte an Seeadlern in Europa.

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Stadtbruch in sicherer Obhut

Ende 2018 erwarb die NABU-Stiftung rund 1.360 Hektar im Stadtbruch von der Stadt Anklam, um das Wildnisgebiet vor neuen Eingriffen zu bewahren. Der Kauf gelang dank einer Förderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Spenden zahlreicher Naturfreunde. Das 2.000 Hektar große Wildnisgebiet umfasst neben den Stiftungsflächen auch die angrenzenden Flachgewässer und die wiedernässten Flächen nördlich des ehemaligen Bahndamms. 

Nach dem Erwerb beendeten wir im Zentrum des Stadtbruchs die forstliche und jagdliche Nutzung. Im Herbst 2024 schlossen wir die Renaturierung der alten wasserbaulichen Anlagen ab. Wir verschlossen Entwässerungsgräben und die großen Torfkanäle, um die Wasserstände im Moorgebiet zu stabilisieren. Seither überlassen wir den Anklamer Stadtbruch endgültig einer ungestörten Naturentwicklung. Um das NABU-Naturparadies abzurunden, kauft die NABU-Stiftung weiteres Naturschutzland am Stadtbruch.

Jetzt Wildnis-Pate werden

Mit einer Wildnis-Patenschaft bewahren Sie Ihr eigenes Stück Natur im Anklamer Stadtbruch in Mecklenburg-Vorpommern. So helfen Sie uns, die 2.000 Hektar große Moorwildnis zu betreuen. Als Dankeschön erhalten Sie eine Urkunde und Karte mit Ihrem Paten-Hektar.

Mehr Infos

Infos zum Herunterladen

Der Anklamer Stadtbruch bleibt auch als Ort für spannende Naturerlebnisse erhalten. Naturinteressierte können auf einer Wanderung entlang der ausgewiesenen Wege oder auf einer naturkundlichen Führung diese deutschlandweit einzigartige Wildnis erleben.

Zu Besuch im Anklamer Stadtbruch

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Der Anklamer Stadtbruch in Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den letzten großen Wildnisgebieten in Deutschland. Auf fast 20 Quadratkilometer erstreckt sich die weite Moorlandschaft am Ufer des Stettiner Haffs. Über 100 Arten an Brutvögeln haben hier eine neue Heimat gefunden, darunter sind auch bis zu 13 Seeadler-Paare. Wichtige Hinweise für Ihren Besuch und eine Wanderkarte finden Sie im Faltblatt zum Download.

Anklamer Stadtbruch

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Im Steckbrief erhalten Sie zusätzliche Informationen zum Wildnisgebiet, seinen spezialisierten Lebensräumen und Bewohnern.

Mehr zum Anklamer Stadtbruch

Stefan Schwill
Stefan Schwill
Schutzgebietsmanagement Anklamer Stadtbruch
0151-18 70 83 01
Stefan.Schwill@NABU.de
ELER-Logo
Der Kauf und die hydrologische Optimierung des Anklamer Stadtbruchs wurde durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) gefördert. Ziel der Förderung ist die Verbesserung des Wasserrückhalts im Anklamer Stadtbruch, die Anpassung der Infrastruktur und die Herstellung der Flächenverfügbarkeit.

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