Naturparadiese in Niedersachsen

Allerwiesen bei Schwarmstedt

In Niedersachsen setzt die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe in den Allerwiesen auf Wasserbüffel, um wertvolle Auen- und Feuchtlebensräume zu erhalten. So entstehen auf knapp 14 Hektar neue Rückzugsorte für bedrohte Pflanzen- und Tierarten.
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Allerwiesen bei Schwarmstedt
Die flussnahen Wiesen der Allerwiesen bei Schwarmstedt bieten abwechslungsreiche Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt.© Foto: Nina Gunselmann/NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Die Aller bietet mit ihren Auenbereichen, Binnendünen, Flutrinnen und begleitenden Wäldern ein abwechslungsreiches Biotopmosaik für die Tier- und Pflanzenwelt. Die flussnahen Wiesen haben unter anderem für den Weißstorch als Brut- und Nahrungsgebiet eine große Bedeutung. Für bedrohte Arten wie den Fischotter erfüllt die Auenlandschaft eine wichtige Vernetzungsfunktion. Die „Untere Allerniederung“ ist als Europäisches Vogelschutzgebiet und als Natura 2000-Gebiet besonders geschützt.

14 Hektar in Naturschutzhand

Der Flusslauf der Aller und seine begleitende Flussaue weisen heute noch überwiegend einen naturnahen Charakter auf. Dennoch ist die Artenvielfalt der Allerwiesen durch die Intensivierung der Grünlandnutzung bedroht. So gehen die Bestände des Braunkehlchens an der Aller seit Jahren zurück. Bei Essel engagieren wir uns daher zusammen mit der Uwe-Harms-Stiftung, einer Treuhandstiftung der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, für bessere Lebensbedingungen für bedrohte Vogelarten und lassen rund 14 Hektar Grünland und Feuchtbiotop mit Schilfbestand extensiv bewirtschaften. Unterstützung erhalten wir dabei durch die Naturschutzstiftung Heidekreis und durch die naturschutzfachliche Begleitung der Ökologischen Station Aller-Böhme.

Neue Wege für mehr Artenvielfalt

Seit 2025 grasen Wasserbüffel auf den Allerwiesen bei Essel und verwandeln sie Schritt für Schritt in ein lebendiges Mosaik aus Nasswiesen, Gewässern und Röhrichten. Zuvor breiteten sich Röhricht und Gehölze trotz einer Beweidung mit Mutterkühen aus. Zudem fielen die Gräben, Senken und Tümpel regelmäßig trocken. 2024 wurden daher auch ein Entwässerungsgraben verschlossen und für Ufer typische Hochstauden eingesät. 
Wasserbüffel sind die idealen Landschaftspfleger für das anspruchsvolle Gelände, das in weiten Teilen zeitweise nass ist und von kleinen Gewässern, Röhrichten und Gehölzgruppen durchzogen wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Rinderrassen sind Wasserbüffel weniger wählerisch bei der Futtersuche und sorgen für eine vielfältige Weidelandschaft. Außerdem halten sie Gewässerränder offen und schaffen durch ihre Suhlen immer wieder neue Kleingewässer und damit wertvolle Lebensräume für Amphibien, Insekten und Wiesenvögel wie das Braunkehlchen.

Nina Gunselmann
Nina Gunselmann
Schutzgebietsmanagement Brandenburg, Niedersachsen
030 - 235 939 152
Nina.Gunselmann@NABU.de

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