Naturparadiese in Sachsen-Anhalt

Domersleber Seewiesen

Die Domersleber Seewiesen in Sachsen-Anhalt sind ein Refugium für viele Tiere und Pflanzen inmitten der intensiven Agrarlandschaft der Magdeburger Börde. Seit 2015 erhält die NABU-Stiftung hier 20 Hektar Wiesen und lässt diese extensiv beweiden.
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Rinder auf den Domerslebener Seewiesen
Eine kleine Herde aus Heckrindern weiden auf den Feuchtwiesen bei Domersleben.© Foto: Joerg Braemer

Die Domersleber Seewiesen liegen inmitten der Magdeburger Börde, einem der fruchtbarsten Gebiete Deutschlands. Der ertragreiche Boden und seine intensive Bewirtschaftung ist zugleich Fluch für die Natur: Artenreiches Grünland, gar extensive Wiesen, die Ruhe und Platz für Insekten und Vögel bieten, haben inmitten dieser Agrarwüste das Nachsehen. Deswegen sind die Domersleber Seewiesen eine kleine Oase des Lebens, Insel und Rückzugsort für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen.

Seewiesen bieten gute Jagdgründe

Ursprünglich lag hier ein flacher See, der im 19. Jahrhundert trockengelegt wurde. Schilfgürtel säumen die aus dieser Zeit noch bestehenden Entwässerungsgräben. Die feuchten Wiesen in der ehemaligen Seesenke bieten gute Jagdgründe für Greifvögel wie die Rohrweihe. Am Talrand finden Blindschleiche und Eidechse Unterschlupf. Eine Besonderheit aufgrund von Salz im Untergrund der Domersleber Wiesen sind die hier vorkommenden salztoleranten Pflanzenarten.

Die Domersleber Wiesen liegen im Zentrum eines geplanten Biotopverbunds, das den Geesgraben und das Landschaftsschutzgebiet Bergen im Norden mit der südlich gelegenen Sarre verbindet und das Wandern von Tier- und Pflanzenarten ermöglichen soll. Eine einzige Lücke reicht aus, um den Austausch der Arten zu bremsen. Der Verbund kann dann seine Aufgabe nicht mehr erfüllen.

20 Hektar Seewiesen in Stiftungsobhut

Im Frühjahr 2015 haben wir 20 Hektar bei Domersleben gekauft, die sowohl Feuchtwiesen und Röhricht in tieferer Lage wie trockene Wiesen in Hanglage umfassen. Für die Pflege der Stiftungsflächen arbeiten wir mit einem örtlichen Tierhalter zusammen, der die Wiesen seit Sommer 2016 extensiv mit Heckrindern beweidet. Die Tiere nutzen dabei die Feuchtwiesen als Futterfläche und die trockenen Hangbereiche als Lagerfläche. Den neu errichteten Weidezaun finanzierte die NABU-Stiftung.

Der Kauf der Wiesen wurde uns durch Spenden naturverbundener Menschen ermöglicht, durch eine Zuwendung des Landkreises Börde sowie durch eine Förderung von Lotto Sachsen-Anhalt. Für all diese Unterstützung sagen wir: Herzlichen Dank!

Domersleber Seewiesen

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Im Steckbrief erfahren Sie mehr über das Biotop mit seinen nassen Seggen- und Schilfröhrichten.

Svenja Sammler
Svenja Sammler
Schutzgebietsmanagement Sachsen-Anhalt
0163 - 879 4465
Svenja.Sammler@NABU.de

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