Naturparadiese in Thüringen
Schenkenberg

Im Naturschutzgebiet Schenkenberg, 40 Kilometer südlich von Weimar, lebt der bedrohte Hirschkäfer. Hier findet er noch die Ruhe, um sich zu seiner vollen Pracht zu entwickeln. Auch andere seltene Arten wie der gefährdete Sechzehnfleckige Marienkäfer oder der gefährdete Eichen-Zahnspinner, ein Nachtfalter, der vor allem auf Eichen lebt, sind in den lichten Eichenwäldern heimisch. Seit 2015 bewahrt die NABU-Stiftung am Schenkenberg fünf Hektar Laubmischwald und Kiefernbestände, damit sie sich in artenreiche Naturwälder entwickeln können.
Neue Kinderstuben für den Hirschkäfer
Seinen Namen verdankt der Hirschkäfer den geweihartigen Mundwerkzeugen der Männchen, mit denen sie um Weibchen kämpfen. Die Entwicklung vom Ei zum ausgewachsenen Käfer dauert fünf bis acht Jahre. In dieser Zeit braucht die Larve große, morsche Bäume als Lebensraum und Nahrungsquelle. Doch weil Alt- und Totholz in bewirtschafteten Wäldern schnell entfernt wird, begegnet man dem imposanten Käfer heute nur noch selten.
Zwischen Mai und Juli leben die ausgewachsenen Käfer nur wenige Wochen. Mit etwas Glück kann man sie in dieser Zeit beobachten.
NABU-Stiftung aktiv
In Obhut der NABU-Stiftung verwandeln sich die Waldflächen am Schenkenberg zu naturnahen Laubmischwäldern, in denen der Hirschkäfer und andere seltene Arten optimale Lebensbedingungen finden. Altholz bleibt stehen, statt gefällt zu werden, und Laubbäume dürfen ungestört wachsen. In jungen Kiefernbeständen legen wir Hirschkäferwiegen an, die den Larven als Kinderstube dienen. Diese künstlichen Bruthilfen imitieren alte Wurzelstöcke und bieten dem Hirschkäfer in jungen, totholzarmen Wäldern wichtigen Ersatzlebensraum. Dafür werden an sonnigen Stellen Gruben ausgehoben und Kiefern- und Eichenstämme pyramidenförmig eingegraben. Die Hohlräume füllt man anschließend mit Sägemehl. In den älteren Käferwiegen sind bereits Larven geschlüpft – ein gutes Zeichen, dass die Bruthilfen dem Hirschkäfer am Schenkenberg helfen.











