Projekt im Schmoner Busch
Neuer Schutzacker für Wildkräuter
Im Schmoner Busch in Sachsen-Anhalt engagiert sich die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe seit einigen Jahren für den Schutz bedrohter Ackerwildkräuter. Im Oktober 2024 startete sie ein Projekt, um brachgefallene Flächen in wildkrautreiche Äcker zu verwandeln.

25. Oktober 2024 – Ackerwildkräuter wie Klatschmohn und Kornblume kennt vermutlich jeder, aber haben Sie schon mal das scharlachrote Flammen-Adonisröschen oder die zartrosa blühende Ackerröte gesehen? Diese schönen Ackerblumen sind heute weitestgehend durch intensive Landnutzung sowie Stilllegungen aus unserer Kulturlandschaft verschwunden und gelten in Deutschland als vom Aussterben bedroht. Im Schmoner Busch in Sachsen-Anhalt starteten wir ein Projekt für den Schutz solch seltener Ackerwildkräuter und lassen stillgelegtes Grünland wiedererblühen.
Ackerwildkräuter fördern Insekten- und Vogelvielfalt
Wildkrautreiche Felder sind nicht nur schön anzusehen, sie bieten auch Lebensräume für eine Vielzahl an Arten der Agrarlandschaft. So dienen Ackerwildkräuter als Nahrungsquelle für Insekten und sind auch für körner- und insektenfressende Vogelarten wie die Feldlerche überlebenswichtig. Darüber hinaus übernehmen Äcker mit vielfältigem Kräuter- und Insektenvorkommen grundlegende Ökosystemfunktionen wie die biologische Schädlingsbekämpfung oder die Verringerung der Bodenerosion.

Schutzacker mit viel Platz für Wildkräuter
Das Naturschutzgebiet „Schmoner Busch, Spielberger Höhe und Elsloch“ beherbergt noch eine wertvolle Ackerbegleitflora. Jedoch wurden in den letzten Jahren einige Flächen aus finanziellen Erwägungen stillgelegt, so dass die seltenen Ackerblumen hier fast verschwunden sind. Zusammen mit der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt lassen wir daher einen Schutzacker für Ackerwildkräuter im Schmoner Busch entstehen, deren extensive Bewirtschaftung für die kommenden 25 Jahre gesichert ist. Zuvor erwarben wir mit Unterstützung durch den NABU-Insektenschutzfonds und Fördermitteln des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalts fast zwölf Hektar brachgefallene Ackerflächen, die unseren bisherigen Stiftungsbesitz sinnvoll abrunden. Im Oktober wurden die Flächen umgebrochen, damit das Flammen-Adonisröschen und viele weitere Ackerwildkräuter im Frühjahr hier wieder erblühen können.
