Naturparadiese in Sachsen-Anhalt
Der Schmoner Busch

Das rund 300 Hektar große Naturschutzgebiet liegt im Saalekreis südlich von Querfurt. Es erstreckt sich entlang der Hangkante der Querfurter Platte zum Nebraer Unstruttal über eine Länge von etwa 9 km. Wegen seines außerordentlichen naturschutzfachlichen Wertes ist das gesamte Gebiet als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Schmoner Busch, Spielberger Höhe und Elsloch südlich Querfurt“ auch europarechtlich geschützt.
Das Naturschutzgebiet zeichnet sich als wertvoller Standort einer vielfältigen Pflanzenwelt mit hoher Orchideenvielfalt aus. Aufgrund der Steillagen und des anstehenden Muschelkalks entwickelte sich über die Jahrhunderte durch extensive landwirtschaftliche Nutzung eine einmalige Kulturlandschaft aus naturnahe Waldbestände Eichen- und Lindenwäldern, Streuobstwiesen, Trockengebüsche und orchideenreichen Trocken- und Halbtrockenrasen, die insbesondere im mittleren und südlichen Gebietsteil vorkommen.
In den baumarmen Gebietsteilen brüten bedrohte Vogelarten wie Wendehals, Neuntöter, Ortolan, Grauammer und Sperbergrasmücke in überdurchschnittlicher Dichte, die andernorts schon stark zurückgegangen sind. Die Äcker im Gebiet sind insbesondere in Hanglage Rückzugsort für eine wertvolle Ackerbegleitflora mit unter anderem Sommer-Adonisröschen, Rauer Eibisch und Acker-Rittersporn.
NABU-Stiftung aktiv
Seit 2004 engagiert sich die NABU-Stiftung in dem Naturschutzgebiet für den Schutz der wertvollen Tier- und Pflanzenwelt. Die ersten Naturschutzflächen erhielt sie unentgeltlich aus dem bundeseigenen Flächenpool und vergrößerte durch Flächenkäufe seither Stück für Stück ihren Stiftungsbesitz. Heute bewahrt die NABU-Stiftung rund 60 Hektar im Schmoner Busch, darunter sind Orchideen- und Streuobstwiesen sowie Wald und Ackerland. Die wertvollen Wiesen werden mit Schafen offengehalten. Die Stiftungswälder dürfen sich ungestört zu „Urwäldern von morgen“ entwickeln.
2024 erwarb die NABU-Stiftung mit Unterstützung durch den NABU-Insektenschutzfonds und Fördermitteln des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalts fast zwölf Hektar brachgefallene Ackerflächen, die unseren bisherigen Stiftungsbesitz sinnvoll abrunden. Zusammen mit der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt lassen wir hier einen Schutzacker für Ackerwildkräuter entstehen. Im Oktober 2024 wurden die Flächen umgebrochen, damit das Flammen-Adonisröschen und viele weitere Ackerwildkräuter im Frühjahr 2026 wieder erblühen können.
Schmoner Busch
Im Steckbrief erfahren Sie mehr über dieses vielfältige Gebiet mit seinen Streuobst- und Orchideenwiesen, Wäldern sowie krautreichen Äckern.










