Naturparadiese in Mecklenburg-Vorpommern

Das Ziemenbachtal

Nahe des Nonnenhofs bei Neubrandenburg liegt das Ziemenbachtal, ein Paradies für seltene Arten wie das Bachneunauge. Die NABU-Stiftung renaturiert hier den Ziemenbach und arbeitet an der Wiedervernässung von 55 Hektar Niedermoor.
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Der Ziemenbach fließt durch Wald und Wiese
Der Ziemenbach fließt durch Erlenbruchwälder, Feucht- und Moorwiesen und mündet schließlich in den See Lieps.© Foto: Klemens Karkow/NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Das Ziemenbachtal ist ein 175 Hektar großes Naturschutzgebiet südwestlich von Neubrandenburg und liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturparadies Nonnenhof. Es erstreckt sich vom Peutscher Forst bis zur Brücke Prillwitz-Zippelow. Der Ziemenbach durchfließt hier urige Erlenbruchwälder, Feucht- und Moorwiesen, bevor er in den See Lieps mündet. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe ist seit 2013 im Ziemenbachtal aktiv und setzt sich für eine naturnahe Gestaltung des Ziemenbachs und die Renaturierung der umliegenden Niedermoore ein.

Heimat für Bachneunauge, Eisvogel und Fischotter

Die Landschaft des Naturschutzgebietes umfasst eine Vielfalt an Lebensräumen und seltenen Arten. Bedrohte Pflanzenarten wie Knabenkräuter und Kleiner Baldrian kommen hier auf den extensiv genutzten Moor- und Feuchtwiesen vor. In den benachbarten Erlenbruchwäldern blühen Sumpfdotterblumen und Schwertlilien.
Im Bach selbst leben zwölf Fischarten, darunter ist die Bachforelle. Besonders hervorzuheben ist außerdem das Bachneunauge, das hier die größte Population im Einzugsgebiet der Peene hat. Das Gebiet ist darüber hinaus Heimat für weitere schützenswerte Arten, darunter Eisvogel, Laubfrosch, Erdkröte, Graureiher, Fischotter und Biber.
Trotz seiner naturnahen Abschnitte ist der Zustand des Unterlaufs des Ziemenbachs unbefriedigend. Der Flussverlauf wurde in der Vergangenheit begradigt und die landwirtschaftliche Nutzung und intensive Entwässerung trocknen das Moor aus, was sensible Arten gefährdet und zur Emission von klimaschädlichem Kohlendioxid führt.

NABU-Stiftung aktiv

Das Ziemenbachtal stellt ein wertvolles Ökosystem dar, dessen Schutz und Renaturierung einen Beitrag zur Erhaltung gefährdeter Arten und zur Stabilisierung des Klimas leistet. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe arbeitet an der Renaturierung des Ziemenbachs und der Wiedervernässung von rund 55 Hektar Niedermoor am Unterlauf des Baches. Langfristige Maßnahmen wie der Rückbau von Entwässerungsgräben werden den Lebensraum der gefährdeten Arten schützen und die klimaschädlichen Torfabbauprozesse stoppen. Die Renaturierung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Neubrandenburg, der Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie Kratzeburg und der Stiftung Feuchtgebiete. Ein erster Abschnitt des Ziemenbachs wurde bereits naturnah gestaltet und schützende Lebensräume und Laichplätze für das Bachneunauge geschaffen.

Angelika Fuß
Angelika Fuß
Schutzgebietsmanagement Mecklenburg-Vorpommern, Artenhilfsprojekt Schreiadler
0151- 54 78 00 02
Angelika.Fuss@NABU.de

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