Naturparadiese in Mecklenburg-Vorpommern
Roter See bei Glowe

Das 233 Hektar große Naturschutzgebiet „Roter See bei Glowe“ liegt am südöstlichen Ende der Schaabe, einem schmalen Landstreifen auf Rügen in der Ostsee. Flache Strandwälle und dazwischenliegende Senken, sogenannte Riegen, prägen das Gebiet. Dort entwickelte sich ein Küstenüberflutungsmoor. Die größte dieser Senken war einst der „Rote See“. Inzwischen ist er weitgehend verlandet.
Vielfältige Lebensräume für Schwarzspecht und Co.
Rund um den ehemaligen Roten See bietet das Gebiet eine große Vielfalt an Lebensräumen. Dazu gehören ein Küstenüberschwemmungsmoor, Bruchwälder sowie sandig-kiesige Flachwasserzonen mit Salde und Kamm-Laichkraut. Entlang der Ufer wachsen Schilfröhrichte. In den grundwasserbeeinflussten Senken stehen Brackwasserröhrichte mit Schilf und Wassernabel.
Typische Pflanzenarten sind unter anderem Gänse-Fingerkraut, Milchkraut, Grasnelke, Heidekraut, Pracht-Nelke und vereinzelt Wacholder. Auf höher gelegenen Strandwällen wachsen totholzreiche Wälder aus Birken, Kiefern und Stiel-Eichen. Sie bieten etwa dem Schwarzspecht Lebensraum.
Auch zahlreiche Tierarten sind hier heimisch. Im Gebiet brüten unter anderem Mäusebussard, Waldohreule, Rohrweihe und Pirol. Kreuzotter, Ringelnatter, Erdkröte und Moorfrosch finden in den unterschiedlichen Lebensräumen ebenfalls geeignete Bedingungen.
NABU-Stiftung aktiv
Jahrhundertelang war das Gebiet baumfrei und diente als extensives Weideland. Nach der Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung verwandelte sich die einstige Kulturlandschaft allmählich in eine naturnahe Wildnis.
Seit 2009 engagiert sich die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe in dem Naturschutzgebiet und übernahm große Teile der Flächen von der bundeseigenen BVVG. Ihr Ziel ist, die natürlichen Prozesse wieder ungestört ablaufen zu lassen, deshalb nimmt sie Wald- und Moorflächen vollständig aus der Nutzung, um sie wieder vollkommen der Natur zu überlassen. Landwirtschaftliche Flächen bewirtschaftet ein Schäfer unter naturschutzfachlichen Auflagen extensiv.
Zum Schutz wertvoller Offenlandlebensräume arbeitet die NABU-Stiftung zudem eng mit der Naturschutzgebietsbetreuung und der Unteren Naturschutzbehörde zusammen. Gemeinsam wurden 2025 auf einer benachbarten Fläche Pflegemaßnahmen durchgeführt, um einen bedeutenden Bestand der seltenen Prachtnelke zu erhalten. Die Mahd war eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich die charakteristische Pflanzenart auch künftig im Gebiet behaupten und weiter ausbreiten kann.
Roter See bei Glowe
Im Steckbrief erfahren Sie mehr zu diesem Naturschutzgebiet auf Rügen.









