Naturparadiese in Thüringen

Pleißewiesen Windischleuba

Die Pleißewiesen bei Windischleuba sind Heimat für den Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Seit 2008 bewahrt die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hier rund 70 Hektar für die gefährdeten Tagfalter.
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Wiesenknopf- Ameisenbläuling
Der stark gefährdete Helle Wiesenknopf- Ameisenbläuling kommt in der Pleißeaue bei Windischleuba noch vor.© Foto: Foto: Frank Derer

Die wenig genutzten Wiesen entlang der Pleiße bei Windischleuba im Altenburger Land sind besonders artenreich. Eine Besonderheit sind der Helle und der Dunkle Wiesenknopf- Ameisenbläuling, zwei sehr seltene und besonders stark gefährdete Schmetterlingsarten, die hier noch ideale Lebensbedingungen finden. Daneben bieten die vielen Teiche, Tümpel und Fließgewässer sowie Auenwälder entlang der Pleiße zahlreichen seltenen Amphibien und Libellen eine Heimat.

Bläuling braucht Großen Wiesenknopf und die richtige Ameisenart

Der seltene Ameisenbläuling ist auf das Vorkommen des Großen Wiesenknopfs angewiesen, der nur auf wechselfeuchten Nass- und Moorwiesen wächst. So legen die Weibchen ihre Eier an den Blüten des Wiesenknopfs ab, die den Schmetterlingsraupen als Futter dienen. Nach einiger Zeit lassen sich die Raupen auf die Erde fallen und werden von Roten Knotenameisen in den Bau getragen, wo sie überwintern und sich bis zur Verpuppung im Frühjahr von Eiern und Larven der Ameisen ernähren. Viele Faktoren müssen also zusammenpassen, damit der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling überleben kann. In Deutschland gehört diese Art daher zu den besonders gefährdeten Schmetterlingen.

Dank eines behutsamen Nutzungskonzeptes haben sich die Bestände des Großen Wiesenknopfes auf den Pleißewiesen bei Windischleuba wieder erholt.© Foto: Mike Jessat

Erfolgreiche Rettung der Pleißewiesen

Im Trinkwasserschutzgebiet des ehemaligen Wasserwerks bei Windischleuba konnten sich in den vergangenen 50 Jahren besonders artenreiche Auenwiesen erhalten. Mit der Aufgabe der Trinkwassergewinnung und der Intensivierung der Wiesennutzung verschwanden jedoch die einst großflächigen und dichten Bestände des Großen Wiesenknopfes sowie die seltenen Wiesenknopf-Ameisenbläulinge fast völlig. Ende 2008 erwarb die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe mit Hilfe von Fördergeldern und Spenden rund 70 Hektar der wertvollen Auenwiesen. Gemeinsam mit dem Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg setzen wir uns seither für eine naturschonende Nutzung der Wiesen ein und schaffen so wieder optimale Lebensbedingungen für die gefährdeten Schmetterlinge und andere Arten der Flussaue.

Pleißewiesen bei Windischleuba

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Im Steckbrief erfahren Sie mehr zum FFH-Gebiet im Altenburger Land.

Franziska Hermsdorf
Franziska Hermsdorf
Schutzgebietsmanagement Thüringen, Sachsen

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