Renaturierung gestartet

Moorschutzprojekt kommt gut voran

Im Sommer 2024 startete die Sanierung von weiteren 15 Hektar im niedersächsischen Ahlen-Falkenberger Moor. Der NABU und die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe setzen hier derzeit die europaweit größte Renaturierung eines landwirtschaftlich genutzten Hochmoors um.

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  • 5.9.2024
  • Niedersachsen
  • Lesedauer: 3 Min.
Ahlen-Falkenberger Moor
Als erster Schritt wird der landwirtschaftlich genutzte Oberboden auf den Projektflächen im Ahlenmoor abgetragen, damit Torfmoose hier künftig wieder wachsen können.© Foto: Frank Woesthoff

5. September 2024 – Unermüdlich sind Maschinen derzeit im Ahlen-Falkenberger Moor bei Cuxhaven im Einsatz und tragen den landwirtschaftlich stark genutzten Oberboden Stück für Stück ab. Die Maßnahme ist notwendig, damit hier in Zukunft wieder Torfmoose und andere moortypische Pflanzen wachsen können. Rund 20 Hektar wurden bislang auf diese Weise im Ahlen-Falkenberger Moor bearbeitet. Seit Ende Juli legt ein Bagger den Torfboden auf den nächsten 15 Hektar frei und bereitet diesen für die Wiedervernässung vor. In den kommenden 20 Jahren sollen etwa 200 Hektar Hochmoor bei Cuxhaven mit Mitteln des NABU-Klimafonds für die Natur und den Klimaschutz wiederbelebt werden.

Renaturierung in mehreren Schritten

Wie fast alle Moore in Deutschland wurde das Ahlen-Falkenberger Moor trockengelegt und über viele Jahrzehnte intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die Böden sind dadurch stark mit Dünger und Kalk belastet, so dass sich auch nach der Wiedervernässung keine typische Hochmoorvegetation entwickeln wird. In einem ersten Schritt werden auf den Projektflächen daher die obersten 20 bis 30 Zentimeter belasteter Oberboden entfernt. Ein Teil des abgetragenen Materials nutzen wir im kommenden Jahr für den Bau von Erdwällen und die Schließung von Entwässerungsgräben, um das Wasser besser im Gebiet zu halten. Die Wiedervernässung der trockengelegten Moorböden wird den Jahrzehnte anhaltenden Torfschwund und den damit einhergehenden Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase deutlich verringern.

Auf Anzuchtflächen im Ahlenmoor wachsen die Torfmoose, mit denen die wiedervernässten Flächen später „beimpft“ werden.© Foto: Sylvia Scholze/NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Förderung einer moortypischen Pflanzenwelt

Um die Entwicklung der Hochmoorvegetation zu beschleunigen, sollen die Projektflächen nach der Wiedervernässung mit moortypischen Torfmoosen und Begleitpflanzen „beimpft“ werden. Hierbei helfen uns die Stiftung Lebensraum Moor und das MoorInformationsZentrum Ahlenmoor mit ihren jahrelangen Erfahrungen in der Vermehrung von Torfmoosen. Zur Vorbereitung haben wir mit Hilfe der Ehrenamtlichen des NABU Land Hadeln Ende 2023 Anzuchtflächen für verschiedene Torfmoosarten im Projektgebiet angelegt und mehrfach mit Torfmoos-Fragmenten bestreut. Etwa zwei Jahre wachsen die Moose auf den Vermehrungsflächen, danach werden sie auf die freigelegten Torfböden ausgebracht. Bis dahin leisten die nassen Moorflächen auch ohne Pflanzendecke bereits einen Beitrag zum Klimaschutz.

Sylvia Scholze
Sylvia Scholze
Moorschutz (NABU-Klimafonds)