Tiere und Pflanzen in Grünhaus

Amphibien und Wassertiere

Mit seinen über 30 Kleingewässern bietet das Naturparadies Grünhaus vielen Amphibien eine Heimat. Auch in den noch sauren Tagebauseen gibt es Leben: Hier kommen seltene Wanzen und Wasserkäfer vor.
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Kreuzkröte auf Sandboden
Die Kreuzkröte fühlt sich als Pionierart in Grünhaus besonders wohl.© Foto: Frank Leo/fokus-natur.de

Was quakt denn da?

Für die Amphibien in Grünhaus sind die temporären Kleingewässer überlebenswichtig. Sie füllen sich mit Regen, erwärmen sich schnell und weisen eine günstige Wasserqualität auf. Die häufigste Art in Grünhaus ist die Kreuzkröte. Als Pionierin der Bergbaufolgelandschaft hat sie sich an trockene Standorte angepasst und nutzt Pfützen, Spurrinnen und andere Kleinstgewässer als Laichplätze. Auch Grünfrösche wie Teich- und Wasserfrosch sowie die bedrohte Knoblauchkröte haben sich im gesamten Tagebaugebiet angesiedelt. Mit etwas Glück entdeckt man den seltenen Moorfrosch oder den Laubfrosch. Erdkröten und Teichmolche erobern die Bergbauwüste allmählich, während vereinzelt auch seltene Arten wie die Rotbauchunke, der Kammmolch und der Grasfrosch vorkommen. 

Ein Weiher und seine Bewohner

In den regenwassergespeisten Weihern finden auch viele wirbellose Tiere und Wasserpflanzen ideale Lebensbedingungen. Ein Kleingewässer im westlichen Teil von Grünhaus hat besondere Bedeutung für seltene und gefährdete Wasserwanzen und Wasserkäfer. Auch wachsen dort Laichkräuter, Armleuchteralgen und Seerosen. Ein Röhrichtgürtel aus Schilf, Rohrkolben und Teichsimsen bietet zudem Deckung und Nistplätze für Röhrichtbrüter wie den Drosselrohrsänger.

Leben unter extremen Bedingungen

Die großen Tagebauseen in Grünhaus, gespeist vom Grundwasser, sind noch zu sauer für Amphibien und Fische. Dennoch haben einige wirbellose Tiere diese Gewässer bereits erobert. In dem stark sauren und versalzenen Flachgewässer der Seeteichsenke leben zum Beispiel der europaweit verbreitete Wasserzwerg und eine Zuckmückenart, die Wasservögeln als wichtige Nahrungsquelle dient. Im Herbst rasten regelmäßig daher auch zahlreiche Watvögel wie der Große Brachvogel in dem Gewässer.

Der Boeckh-See, ein mittelgroßer Flachwassersee im Mainzer Land, bietet trotz der sauren Wasserqualität bedrohten Wasserkäfern wie dem stark gefährdeten Taumelkäfer und der vom Aussterben bedrohten Wasserwanze Hesperocorixa castanea wertvollen Lebensraum.

Der Boeckhsee im Mainzer Land bietet trotz der sauren Wasserqualität bedrohten Wasserkäfern und Wasserwanzen einen Lebensraum.© Foto: Frank Leo/fokus-natur.de

Artenvielfalt im Blick

Jedes Jahr beobachten und dokumentieren Ehrenamtliche mit standardisierten Kartierungen die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt in Grünhaus. Das Biomonitoring wird durch die Unterstützung unserer Grünhaus-Paten und -Patinnen und den Mineralquellen Bad Liebenwerda ermöglicht. Daneben ergänzen Auftragsstudien und studentische Abschlussarbeiten die Erfassung einiger Artengruppen. 

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