Tiere und Pflanzen in Grünhaus
Heimat für Wiedehopf & Co.

Paradies für Feldvögel
Viele Brutvögel in Grünhaus sind typische Bewohner der Feldflur und bevorzugen die offenen und halboffenen Landschaften. Die Heidelerche und die gefährdete Feldlerche sind hier besonders häufig. Auf dem blütenreichen Grasland jagen sie Insekten für ihre Jungen, die geschützt in Bodennestern heranwachsen. Auch Goldammer und Grauammer finden in den ehemaligen Tagebauflächen einen willkommenen Lebensraum. Die halboffenen Sand- und Grasflächen und reichen Gehölzstrukturen bieten sogar dem stark gefährdeten Rebhuhn Schutz und Nahrung. Mit etwas Glück zeigt sich auch der seltene Wiedehopf, wenn er nach Käfern, Grillen und Heuschrecken im kurzrasigen Offenland sucht. Da es wenig geeignete Bruthöhlen in den jungen Wäldern gibt, zieht er seinen Nachwuchs vor allem in künstlichen Nisthilfen auf.
Viele Waldvögel sind schon da
Nach und nach erobern Gehölze und Bäume die ehemalige Bergbauwüste und wachsen zu Urwäldern von morgen heran. Davon profitieren bereits viele Waldvogelarten wie Kleiber, Misteldrossel und Baumpieper. In den jungen Kiefernwäldern hört man gelegentlich die scheue Haubenmeise. Sogar die seltene Waldschnepfe lebt gut verborgen in den Wäldern, wo weder Forstwirtschaft noch Jagd sie gefährden. Bedrohte Arten wie Schwarzspecht, Kleinspecht und Grauspecht zimmern in älteren Bäumen ihre Höhlen, die später Höhlenbewohner wie die Hohltaube zum Brüten nutzen. Auch die stark gefährdete Turteltaube hat in den lichten Wäldern eine neue Heimat gefunden.
Comeback des Auerhuhns
Früher lebte das Auerhuhn zahlreich in den beerenreichen Kiefernheiden und Traubeneichenwäldern der Niederlausitz, heute gilt es in der Region als ausgestorben. Doch ein Wiederansiedlungsprojekt des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft brachte die imposanten Hühnervögel zurück in die Lausitzer Wälder. Auch am Rand von Grünhaus setzte man einige der Auerhühner aus, die seitdem dort oft gesichtet wurden.

Leben am und auf dem Wasser
In der jungen Gewässerlandschaft leben zahlreiche Wasser- und Watvögel. An den Weihern, die durch Regen entstanden sind, finden der stark gefährdete Rotschenkel und der Zwergtaucher reichlich Nahrung für sich und ihren Nachwuchs. Im dichten Schilfgürtel brüten Drosselrohsänger, Rohrammer und Rohrweihe.
Die großen Tagebauseen, gespeist vom Grundwasser, werden aufgrund ihrer Wasserqualität nur allmählich wiederbesiedelt. Während des Vogelzugs dienen sie Tausenden Wildgänsen und Kranichen als Schlaf- und Rastplatz.
In der Seeteichsenke brüten Sturmmöwe, Kiebitz und Flussregenpfeifer auf den Inseln des großen Flachwassersees. Das seltene Blaukehlchen und andere Schilfbrüter leben in den weiten Schilfbeständen, die ungestört wachsen können.
An den langgestreckten Sandhalden der Grünhauser Seen haben Uferschwalben ihre Bruthöhlen gegraben. Für den Flussregenpfeifer und den vom Aussterben bedrohten Steinschmätzer bieten die großen Sandflächen an den Seen ideale Brutplätze.
Besuch vom König der Lüfte
Der Seeadler ist im Naturparadies Grünhaus häufig zu sehen. Er nutzt das ehemalige Tagebaugebiet zur Nahrungssuche, brütet aber in der Umgebung, da hohe Altbäume für seinen Horst noch fehlen. Im Winter frisst er Aas von Rothirsch und Wildschwein oder erbeutet Feldhasen. Während des Vogelzugs jagt er kranke, flugunfähige Wasservögel und Jungvögel.
Ehrenamtliches Monitoring
Jedes Jahr beobachten und dokumentieren Ehrenamtliche mit standardisierten Kartierungen die Entwicklung der Vogelwelt in Grünhaus. Das Biomonitoring wird durch die Unterstützung unserer Grünhaus-Pateninnen und -Paten und den Mineralquellen Bad Liebenwerda ermöglicht.



















