Naturerbe.NABU.de Projekte Schießplatz Rothenstein

Orchideen statt Panzer

Rothenstein - NABU-Besitz wächst weiter

145 Hektar im Naturparadies Rothenstein geschützt

Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hat weitere 48,9 Hektar des ehemaligen russischen Truppenübungsplatzes Rothenstein von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen gekauft. Mit der Unterzeichnung des fünften Kaufvertrages am 23. Juli 2010 wächst das Flächeneigentum in NABU-Hand auf nunmehr kompakte 145,1 Hektar an.

Erworben wurden rund 41,5 Hektar Wiesen im Zentrum des ehemaligen Schießplatzes sowie ca. 7,4 Hektar Wald am Kuxberg. Der neue NABU-Wald ist ein naturnaher Kiefern-Eichen-Bestand, in dem Bunt-, Grün- und Schwarzspecht leben. Die NABU-Stiftung wird ihren Wald aus der Nutzung nehmen und komplett der Naturentwicklung überlassen.

Rothenstein - Steinhaufen

Steinhaufen für Steinschmätzer, Zauneidechse und Co

Die Offenlandflächen sind durch kleinere Feuchtlebensräume und vereinzelte Gebüsche strukturiert. In den Glatthaferwiesen wachsen Wiesen- Schlüsselblume, Esparsette, Aufrechter Ziest, Hufeisenklee, Gemeiner Wundklee, Wiesen-Salbei und Fieder- Zwenke. Hier blühen Sommer-Adonisröschen, Echtes Tausendgüldenkraut, Küchenschelle, Kronwicke und Spargelerbse. Die Wiesen möchten wir weiter durch einen Schäfer beweiden lassen, aber als Eigentümerin wollen wir ein starkes Augenmerk auf eine naturschonende Art der Schafbeweidung legen.

Die Finanzierung des Kaufs erfolgte aus Spenden, zu denen der NABU bundesweit aufgerufen hat. All den Spendern und Spenderinnen, die uns die Erweiterung des NABU-Naturparadieses Rothenstein ermöglichten, rufen wir ein fröhliches "Danke schön!" zu!

Orchideen statt Panzer

Flächenkauf auf dem ehemaligen Schießplatz Rothenstein

Rothenstein

Die Hänge des Lichtersberges

In der Nähe von Rothenstein in Thüringen liegt das 544 Hektar große Schutzgebiet "Spitzenberg - Schießplatz Rothenstein - Borntal". Wer den ehemaligen russischen Truppenübungsplatz betritt, der spürt die Besonderheit der weitläufigen und steppenartigen Landschaft. Eine Vielzahl an seltenen und geschützen Tieren und Pflanzen lebt in den Runsen, Tümpeln, weiten Wiesen und offenen Schießbahnen, in den Hecken, Einzelgebüschen und lockeren Kiefernwäldchen. Mit etwas Ausdauer und Beobachtungsgabe können Rebhühner, Wachteln, Schwarzkehlchen, Ziegenmelker und der Wendehals entdeckt werden.

Bienenragwurz

Bienenragwurz

Das Besondere am Naturschutzgebiet sind aber die reichen Orchideenvorkommen, die in den mageren südexponierten Wiesen blühen. Hier wachsen Waldhyazinthe, Frauenschuh, Purpurknabenkraut, , Bocksriemenzunge, Bienenragwurz, Brandknabenkraut, Kronenwicke, Spargelerbse, Waldanemone und Küchenschelle. Insgesamt 32 gefährdeten Pflanzenarten ist der Schießplatz Heimat.

Ein Schäfer beweidet mit seiner Herde die Offenflächen und sorgt so dafür, dass die Wiesen nicht verbuschen. Um die wertvollsten Orchideenstandorte kümmert sich aber der NABU Kreisverband Saale-Holzland-Kreis, der zehn bis zwölf Hektar vorsichtig per Hand mäht.

Brandknabenkraut

Brandknabenkraut

Die ersten 17,7 Hektar der wertvollen Orchideenflächen wurden uns im Sommer 2007 von der Entwicklungsgesellschaft des Landes Thüringen zum Kauf angeboten: Eine tolle Chance, die wichtigsten Flächen nicht nur über den NABU vor Ort zu pflegen, sondern auch über die NABU-Stiftung dauerhaft für die Natur zu sichern.

Um den Kauf zu finanzieren, wandten wir uns im Juni 2007 mit einem Spendenaufruf an die uns verbundenen Naturfreunde. 485 Orchideenliebhaber fanden sich, die gemeinsam knapp 30.000 Euro für den Kauf der rund 18 Hektar großen Fläche aufbrachten. Durch diese Unterstützung konnten wir den ersten Kaufvertrag am 12. September 2007 unterschreiben. Weitere Käufe erfolgten 2008, 2009 und 2010, die ebenfalls mit Hilfe von Spendengeldern finanziert werden konnten.

mehr Mehr zu dem Gebiet beim NABU Thüringen

mehr Das NABU-Schutzgebiet Rothenstein im Kurzporträt

mehr zum Steckbrief Rothenstein (pdf, 1,3 MB)

mehr Flächenpflege preisgekrönt

Herbstmahd der Orchideenhänge

Der Oktober ist der traditionelle Mahdmonat. Durch das Engagement unserer Spender und Spenderinnen können die Aktiven des örtlichen NABU Saale-Holzland-Kreis seit 2007 auf NABU-eigenem Boden zur Mahd ausrücken.

Biotoppflege Orchideenwiese

Mahd der sensibelsten Orchideenhänge `07

Damit haben sie bei der Pflege der wertvollsten Orchideenstandorte die Gewissheit, dass ihr Einsatz auf Jahre hinaus sinnvoll sein wird: Denn auf unseren Stiftungsflächen können wir dauerhaft das Management auf die Bewahrung von Purpurknabenkraut, Bienenragwurz, Gelbem Frauenschuh, Brandknabenkraut & Co ausrichten.

Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Schäfer, der auch in Zukunft mit seinen Schafen einen großen Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes offen halten soll.

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