Der Ziemenbach fließt durch Erlenbruchwälder, Feucht- und Moorwiesen und mündet schließlich in den See Lieps. - Foto: Klemens Karkow
Das Ziemenbachtal
Uriges Gewässer und Moorgebiet am Rande des Nonnenhofs
Das Ziemenbachtal ist ein 175 Hektar großes Naturschutzgebiet südwestlich von Neubrandenburg und liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturparadies Nonnenhof. Es erstreckt sich vom Peutscher Forst bis zur Brücke Prillwitz-Zippelow. Der Ziemenbach durchfließt hier urige Erlenbruchwälder, Feucht- und Moorwiesen, bevor er in den See Lieps mündet. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe ist seit 2013 im Ziemenbachtal aktiv und setzt sich für eine naturnahe Gestaltung des Ziemenbachs und die Renaturierung der umliegenden Niedermoore ein.
Heimat für Bachneunauge, Eisvogel und Fischotter
Im Ziemenbach kommt die größte Population des Bachneunauges im Einzugsgebiet der Peene vor. - Foto: Thomas Behrends
Die Landschaft des Naturschutzgebietes umfasst eine Vielfalt an Lebensräumen und seltenen Arten. Bedrohte Pflanzenarten wie Knabenkräuter und Kleiner Baldrian kommen hier auf den extensiv genutzten Moor- und Feuchtwiesen vor. In den benachbarten Erlenbruchwäldern blühen Sumpfdotterblumen und Schwertlilien.
Im Bach selbst leben zwölf Fischarten, darunter ist die Bachforelle. Besonders hervorzuheben ist außerdem das Bachneunauge, das hier die größte Population im Einzugsgebiet der Peene hat. Das Gebiet ist darüber hinaus Heimat für weitere schützenswerte Arten, darunter Eisvogel, Laubfrosch, Erdkröte, Graureiher, Fischotter und Biber.
Trotz seiner naturnahen Abschnitte ist der Zustand des Unterlaufs des Ziemenbachs unbefriedigend. Der Flussverlauf wurde in der Vergangenheit begradigt und die landwirtschaftliche Nutzung und intensive Entwässerung trocknen das Moor aus, was sensible Arten gefährdet und zur Emission von klimaschädlichem Kohlendioxid führt.
NABU-Stiftung aktiv
Das Aufbringen von Kies und Totholz sorgt für die Anhebung der Gewässersohle und mehr Strukturvielfalt. - Foto: Angelika Fuß
Das Ziemenbachtal stellt ein wertvolles Ökosystem dar, dessen Schutz und Renaturierung einen Beitrag zur Erhaltung gefährdeter Arten und zur Stabilisierung des Klimas leistet. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe arbeitet an der Renaturierung des Ziemenbachs und der Wiedervernässung von rund 55 Hektar Niedermoor am Unterlauf des Baches. Langfristige Maßnahmen wie der Rückbau von Entwässerungsgräben werden den Lebensraum der gefährdeten Arten schützen und die klimaschädlichen Torfabbauprozesse stoppen. Die Renaturierung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Neubrandenburg, der Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie Kratzeburg und der Stiftung Feuchtgebiete. Der Ziemenbach schlängelt sich auf den ersten 250 Metern bereits wieder naturnah durch die Moorniederung. Seit Ende Februar 2026 wird der nächste Bachabschnitt in seine natürliche Form gebracht. Für das seltene Bachneunauge werden neue Laichplätze angelegt, die die Tiere auch schon nutzen.
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