Im Einsatz für das Nationale Naturerbe
Einzigartige Naturlandschaften bewahren
Das Nationale Naturerbe sind Flächen aus dem Eigentum des Bundes, auf denen der Schutz von Arten und Lebensräumen Vorrang hat. Seit 20 Jahren setzt sich die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe zusammen mit anderen Flächeneigentümern für die langfristige Sicherung und Entwicklung dieser wertvollen Naturschutzflächen ein.
Was haben das Vogelparadies Gülper See im Havelland oder der ehemalige Standortübungsplatz Schmidtenhöhe in Rheinland-Pfalz gemeinsam? Diese Flächen gehören zu den bundesweit rund 164.000 Hektar aus dem Bundesvermögen, die dem Naturschutz dauerhaft als Nationales Naturerbe gewidmet wurden. Darunter sind ehemalige Militärgebiete, Flächen am Grünen Band und aus dem ehemals volkseigenen Vermögen der DDR sowie Sanierungsflächen des ostdeutschen Braunkohletagebaus.
Auf Initiative von Naturschutzorganisationen verzichtet der Bund seit 2005 auf die kommerzielle Privatisierung dieser naturschutzfachlich bedeutsamen Flächen und überträgt das Land unentgeltlich an Länder, Naturschutzorganisationen und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, damit es als unser aller Naturerbe für immer bewahrt wird. Für den NABU übernimmt hier die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe Verantwortung. Sie war vom NABU 2002 errichtet worden, um eine stabile Stiftungsstruktur für den Kauf und die Bewahrung von Naturschutzflächen zu haben.
8.800 Hektar in Obhut der NABU-Stiftung
Die NABU-Stiftung übernahm vom Bund bislang rund 8.800 Hektar Naturerbe-Flächen in 157 Schutzgebieten. Unter den privaten Naturschutzorganisationen in Deutschland ist sie damit diejenige, die die größte Verantwortung für den Schutz des Nationalen Naturerbes trägt. Hierbei wird sie vielfach und sehr engagiert von den Ehrenamtlichen der örtlichen NABU-Gruppen unterstützt. Eine Vielzahl der durch die NABU-Stiftung bewahrten Naturerbe-Flächen liegt aufgrund ihrer historischen Herkunft in Ostdeutschland, während in Westdeutschland insbesondere einzelne, sehr große ehemalige Standortübungsplätze in die Obhut der NABU-Stiftung übergingen.
Unter den stiftungseigenen Naturerbe-Flächen sind 25 Gebiete mit mehr als 100 Hektar: Zum Beispiel übernahm sie über 660 Hektar im Naturschutzgebiet Gülper See, einem wichtigen Brut- und Rastgebiet für Wasser- und Watvögel in Brandenburg. Bei Koblenz in Rheinland-Pfalz sind rund 235 Hektar ehemalige Militärflächen auf der Schmidtenhöhe in Stiftungsobhut, die seltene Arten wie Wendehals, Neuntöter und verschiedene Orchideen beheimatet. Naturerbe-Flächen sind häufig Ausgangspunkt für weitere Flächenkäufe: Nach der Übertragung wuchsen daher sowohl der Gülper See und die Schmidtenhöhe durch weitere Zukäufe der NABU-Stiftung, die oftmals durch private Spenden ermöglicht werden. So entstehen immer größere Schutzgebiete, in denen der Schutz von Arten und Lebensräumen Vorrang hat.
Auswahl an Naturerbe-Flächen
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Gülper See
Das Naturschutzgebiet Gülper See im Westhavelland ist ein überregional bedeutsames Vogelrastgebiet. Mehr →
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Die Schmidtenhöhe
Auf der Schmidtenhöhe in Rheinland-Pfalz schützt die NABU-Stiftung wertvolle Rückzugsorte für bedrohte Arten. Mehr →
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Der Langenhard
Die ehemalige Militärfläche auf dem Langenhard ist seit 2012 im Stiftungsbesitz. Mehr →
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Hirschacker
Der ehemalige Truppenübungsplatz bei Schwetzingen ist heute Heimat für eine Vielzahl an seltenen Arten. Mehr →
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Das Stechlinsee-Gebiet
Das Stechlinsee-Gebiet zählt zu den schönsten Naturlandschaften Deutschlands. Die NABU-Stiftung setzt sich für den Erhalt dieses Naturparadieses ein. Mehr →
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Das Peenetal
Zwischen Neukalen und Liepen liegt das Flusstalmoor der Peene, eines der größten zusammenhängenden Moorkomplexe dieser Art. Mehr →
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Wicheler Heide - Spreiberg
Im Naturschutzgebiet „Wicheler Heide“ bei Arnsberg mit dem ehemaligen Standortübungsplatz „Spreiberg“ finden bedrohte Kammmolch sowie Neuntöter und Brauner Feuerfalter eine Heimat. Mehr →
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Osterode-Beierfelde
Im Südharz bewahrt die NABU-Stiftung fast 54 Hektar des ehemaligen „Standortübungsplatz Osterode“. Die vielfältige Karstlandschaft bietet Neuntöter, Uhu und Kammmolch eine Heimat. Mehr →
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Die Franzigmark
Nordwestlich von Halle liegt der ehemalige Truppenübungsplatz Franzigmark, der vielen bedrohten Arten eine Heimat bietet. Mehr →
Nationales Naturerbe - eine Initiative des Naturschutzes
Hier können Sie sich über alle Naturerbe-Flächen der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe informieren.
Gemeinsame Naturschutz‐Standards
Mit der Flächenübertragung übernahm die NABU-Stiftung die umfangreichen Pflichten der Betreuung und Entwicklung der Naturerbe-Flächen. Gemeinsam mit den anderen Flächeneigentümern und dem Bundesamt für Naturschutz hat sie sich auf anspruchsvolle Naturschutz‐Standards verständigt: In den naturnahen Wäldern darf sich die Natur ohne das Zutun des Menschen entwickeln. Naturferne Wälder werden naturnäher gestaltet und dann ebenfalls der natürlichen Entwicklung überlassen. Wiesen werden durch Mahd oder Beweidung langfristig gepflegt, Äcker naturnah bewirtschaftet und Moore geschützt oder renaturiert. Mit den individuell erarbeiteten Leitbildern werden die zukünftige Pflege und Entwicklung der Naturerbe-Flächen festgelegt.
Naturerbe besser vernetzen
Die NABU-Stiftung engagiert sich für eine bessere Vernetzung und Stärkung der Naturschutzorganisationen mit Flächenbesitz des Nationalen Naturerbes. Seit 2006 ist sie federführend bei der Entwicklung von LieMaS, einem professionellen Liegenschaftsmanagementsystem für Naturschutzflächen. Seit 2020 arbeiten wir mit der Naturstiftung David im Projekt Naturerbe-Netzwerk Biologische Vielfalt daran, wirksame Managementstandards und -strukturen zu entwickeln, mit denen die Flächen zu Vorbildern des Naturschutzes werden. Gemeinsames Lernen, Erfahrungsaustausch und abgestimmte Kommunikation zum Nationalen Naturerbe tragen ebenfalls dazu bei, die Naturerbe-Flächen für den Schutz unserer Arten und Lebensräume zu optimieren und die Flächeneigentümer miteinander zu vernetzen.
Weitere Hintergründe
Die Bewahrung des Nationalen Naturerbes zählt zu den großen Naturschutzerfolgen. Seit 2005 werden wertvolle Bundesflächen nicht mehr privatisiert, sondern in die Hände des Naturschutzes gegeben. Der NABU ist von Anfang an Teil dieser Initiative und übernahm mit seiner NABU-Stiftung Nationales Naturerbe fast 9.000 Hektar dieser Flächen. Mehr →
1908 erwarb der NABU mit der Nachtigalleninsel bei Lauffen seine erste Naturschutzfläche. Heute ist sie in Obhut der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe und zeigt, dass Landkauf langfristige Perspektiven für die Natur eröffnet. Mehr →
Das „Nationale Naturerbe“ umfasst bundesweit rund 164.000 Hektar wertvolle Naturschutzflächen. Mit einem gemeinsamen Projekt von NABU-Stiftung und Naturstiftung David wollen wir diese Flächen noch besser für den Schutz von Arten und Lebensräumen vernetzen. Mehr →
